Festspiel-Matinee der Hersfelder Zeitung in der City Galerie bot Werkstatt-Einblicke

Wie großes Theater entsteht

An kühlen Probentagen gut zu gebrauchen: Als Dankeschön gab"s für die Mitwirkenden der HZ-Festspiel-Matinee (hinten von links: Gerit Kling, Maddalena Hirschal, Andrea Cleven, Marie Thérèse Futterknecht, Christoph Wohlleben, Stefan Huber und Marie Anjes Lumpp, vorne von links: Nikolaus Kinski, Stephan Ullrich, Max Gertsch und Thomas Schumann) vielfältig einsetzbare Halstücher von HZ-Geschäftsführer Markus Pfromm (hinten rechts). Fotos: Ludger Konopka

Bad Hersfeld. Einen Liebesbeweis der Bad Hersfelder für ihre Festspiele erkannte HZ-Geschäftsführer Markus Pfromm in der überaus großen Resonanz auf die Festspiel-Matinee der Bad Hersfelder Zeitung in der City Galerie am Sonntag. Dort war nicht nur jeder verfügbare Stuhl besetzt, die Besucher standen auch in mehreren Reihen an den Außenrändern und um den Lichthof herum.

Erleben konnten sie Werkstatt-Einblicke. Fast alle Hauptdarsteller der Ruinen-Produktionen waren gekommen und gaben kleine Einblicke in die laufende Probenarbeit.

„Was sie hier sehen, ist noch nicht fertig“, machte Intendant Holk Freytag deutlich. „Wir haben das Ensemble so lange zusammengesucht, wie noch nie vorher“, berichtete er. Dafür sei die Mischung wirklich vom Feinsten. Dass bei der Matinee Kostüme und Requisiten nur angedeutet waren, dass bei einzigen Szenen die Texte zum Teil abgelesen wurden, das störte niemanden, denn genau dieser Werkstattcharakter macht ja den Reiz der Matinee aus. Und das, was zu sehen war, war vielversprechend und machte Lust auf mehr.

Sparvorschlag: Wenn man die Bühne nicht immer auf- und abbauen müsste, könnte man viel Geld sparen, meint Intendant Holk Freytag.

Auf das Familienstück „Don Quijote“, zum Beispiel, das die Macht der Fantasie und die Kraft der Freundschaft, vertritt, wie Regisseur Tobias Bungter erklärte. Viola von der Burg als Don Quijote und Thomas Gimbel als Sancho Pansa kämpften gegen Windmühlen, genossen ein Festmahl in Conchitas Paella Paradies und sinnierten höchst vergnüglich über die Schönheit der Frauen, verschiedene Arten von Wahrheit und die Ehre.

Mehr Tiefgang für Weigend

Moderne Themen in einer mittelalterlichen Welt kündigte Regisseur Janusz Kica für „Die Wanderhure“ an. Es geht um Verleumdung und Neid, Liebe und Totschlag. „Wir wissen, dass die meisten Zuschauer den Film gesehen haben“, sagte Kica. „Die wollen wir nicht enttäuschen.“ Er kündigte jedoch eine größere Rolle mit mehr Tiefgang für Julian Weigend an, der wie im Film den Ruppertus spielen wird. Andrea Cleven (Marie), Lorris Blazejewski (Michel), Manfred Stella (Matthis) und Nikolaus Kinsky (Jodokus) gaben einen ersten Eindruck, wie die Wanderhure auf der Bühne sein wird.

Von Christine Zacharias

Festspielmatinee der HZ in der City Galerie

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