Zwischen den Zeilen

Großes Parkhaus, scharfe Schüsse und eine Schule in Not

Kai A. Struthoff

Großer Bahnhof für unsere kleine Zeitung. Oder besser gesagt: Großes Parkhaus. Denn zur Präsentation des Projekts am Klinikum saßen mir bei der Pressekonferenz zehn hochrangige Gesprächspartner gegenüber. „Die Presse“ indes war ich allein. Dabei hatte Bürgermeister Thomas Fehling großen Wert darauf gelegt, dass die Einladung zu dem Termin breit gestreut wird, damit möglichst viele Medien darüber berichten können.

Nun freuen wir Journalisten uns ja immer über Exklusivität, aber ein wenig verwundert waren alle Anwesenden über das offensichtliche Desinteresse der anderen Kollegen an diesem wichtigen Projekt. Na ja, sie können es ja in der HZ nachlesen.

Hoffentlich ergeht es dem so dringend benötigten Parkhaus am Klinikum nicht so wie dem ambitionierten Projekt Lullus-Sportpark. Die Nachbeben der hitzigen Stadtverordnetenversammlung erschüttern immer noch die Stadt. Beeindruckt hat mich die klare Stellungnahme unserer Olympia-Gewinnerin Manuela Schmermund, die sich stark für das Projekt engagiert hat. Sie hat bewiesen, dass sie nicht nur mit dem Luftgewehr scharf schießen kann, sondern auch mit deutlichen Worten ins Schwarze zu treffen vermag. Anstatt jetzt die Stadt mit vorwurfsvollen oder rechtfertigenden Pressemeldungen zu überziehen, sollten sich endlich alle Verantwortlichen zusammenraufen. Noch können berechtigte Bedenken besprochen und offene Fragen geklärt werden, um das Projekt – und die satten Fördergelder des Landes – vielleicht in letzter Minute doch noch zu retten.

Ganz andere Sorgen plagen das Kollegium an den Beruflichen Schulen am Obersberg. Seit dem altersbedingten Ausscheiden von Schulleiter Falko Radewald dümpelt das Schul-Schiff führungslos vor sich hin. Drei Bewerbungverfahren liefen bislang ins Leere, weil ein unterlegener Bewerber aus dem Vogelsbergkreis die getroffene Auswahl beklagt. Mehr will zu dem Thema offiziell niemand sagen, weil ein solches Klageverfahren ziemlich heikel sowie äußerst kompliziert ist und sich ewig hinziehen kann. Derzeit ist ein geschäftsführender Schulleiter von den Beruflichen Schulen in Bebra abgeordnet worden, um das Kollegium wenigstens an zwei Tagen in der Woche zu unterstützen. Bei allen Lehrern wächst inzwischen der Unmut, denn die Arbeitsbelastung für das Führungsgremium ist hoch. Doch ein Ende der Hängepartie ist noch nicht in Sicht. Der klagende Bewerber hat offenbar einen gewieften und gefürchteten Anwalt. Experten vermuten deshalb, dass das Verfahren sich noch ein Jahr hinziehen kann – mindestens. Den Beteiligten vor Ort sind die Hände gebunden und die Beruflichen Schulen bleiben „kopflos“. Ein eigentlich unhaltbarer Zustand, zumal dort dringend einiges für die Schulentwicklung getan werden müsste.

Um geeignete Bewerber geht es unterdessen auch in Niederaula – für das Amt des Bürgermeisters nämlich: Wir hören, dass ein Kandidat aus Kirchheim seinen Hut in den Ring geworfen haben soll. Zudem wird gemunkelt, dass Jens Opfer, der Sohn des Altbürgermeisters, ein zweites Mal antreten will. Der Stoff für die Zeitung geht uns also nicht aus!

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