Auftakt zur sicheren Zweiradsaison: Polizei im Landkreis winkte Motorradfahrer an den Straßenrand

Großes Kramen, keine Dramen

Getümmel vor dem Hof Huhnstadt: Nicht nur Motorradfahrer wurden routinemäßig um Führerschein und Fahrzeugpapiere gebeten, sondern auch ein paar Lastwagenfahrer, die zu schnell im Tempolimit auf Achse waren. Foto: Hornickel

Breitenbach/H. Zerstreutheit ist keine Frage des Alters. Das hat die samstägliche Kontrolle gezeigt, mit der die Polizei im Landkreis die Reihe ihrer Aktionen für das sichere Motorradfahren eröffnete.

Kaum hatten die Kollegen von Polizeiführer Achim Lotz ihre Plätze vor dem Abzweig zur Burg Herzberg eingenommen, rollte ihnen die erste Fahrerin förmlich auf den Hof. Eine 17-jährige Quadfahrerin aus Ottrau war auf dem Weg nach Gehau, um dort bei ihrem Onkel zu putzen.

Leider hatte sie aber weder den Führerschein noch die Betriebserlaubnis oder den Versicherungsnachweis für das vierrädrige Moped dabei.

Klar, dass die Polizei der ersten Kundin des Tages erlaubte, bei der Mutter anzurufen, um die Papiere beizubringen. „Sagen Sie auch gleich Ihrer Mutter, dass sie zehn Euro mitbringen soll“, fügte der Beamte noch an.

Wenig später rollte ein älterer Mann aus Ottrau heran, dem es nicht viel besser ging. Er hatte zwar einen Führerschein dabei, aber nicht den Fahrzeugschein. Timo Lahn ließ ihn nach Hause fahren und behielt den Führerschein als Pfand.

Die acht Beamten von der Schutzpolizei sind meist selbst Motorradfahrer und sahen ihre Aufgabe gerade nicht darin, die Motorradfahrer frühlingshaft zu drangsalieren oder mit aller Macht abzukassieren. Im Gespräch auf Lenkerhöhe sah beispielsweise Timo Lahn von der Rotenburger Polizei den Zweck der beiden Kontrollpunkte an der B62 und an der B83 in Rotenburg.

Das Risiko, als Motorradfahrer getötet zu werden, ist 18-mal größer als am Steuer eines Autos, rechnete Jörg Stein, der Leiter der Polizeistation Bad Hersfeld, vor. Zwar machen die Motorradfahrer nur zwei Prozent der Verkehrsteilnehmer aus, bei den Menschen, die Unfällen zum Opfer fallen, entfallen auf die Bikerinnen und Biker 156 Prozent.

Deswegen setzt die Polizei auch auf das Sicherheitsbewusstsein der Motorradfahrer. Sie sind schwer zu sehen und oft schnell. Das galt jedoch nicht für die Kurzstreckenfahrer und Langstrecken-Maitourer. In zwei Stunden fuhren alle tadellos durch die Radarkontrolle.

Von Kurt Hornickel

Kommentare