Großer Hersfeldpreis für Helen Schneider - Kritiker-Jury zeichnet auch Hamlet-Darsteller Bastian Semm aus

Bad Hersfeld. Musical-Star Helen Schneider ist zum zweiten Mal nach 1999 mit dem Großen Hersfeldpreis ausgezeichnet worden. Die Kritiker-Jury würdigte damit Schneiders „berührende, unpathetische und glaubwürdige Darstellung der Norma Desmond“ im Musical „Sunset Boulevard“ bei den Bad Hersfelder Festspielen.

Der Hersfeld-Preis 2011 geht an Bastian Semm für seine herausragende Darstellung des Dänenprinzen „Hamlet“ in einer „erfrischend unkonventionellen Shakespeare-Inszenierung.“ Beide Preise, die gemeinsam von der Stadt Bad Hersfeld und der Gesellschaft der Freunde der Stiftsruine vergeben werden, wurden gestern im Rahmen einer Feierstunde in der Stiftsruine überreicht.

Der Rundfunkjournalist Hermann Diel – in diesem Jahr Sprecher der fünfköpfigen, unabhängigen Jury – begründete die Auszeichnung für Helen Schneider so: „Ihr Spiel und ihr Gesang werten Rolle und Stück auf und heben das Musical in die Dimension einer Tragikomödie. Selbst in der Traumwelt der vergessenen Göttin gibt sie den Blick frei für die Menschlichkeit, Verzweiflung und Gebrochenheit der alternden Diva.“

Bastian Semm

Bastian Semms „Hamlet“ sei „der Bezugspunkt für ein dynamisch spielendes Ensemble“, urteilten die Kritiker. Er fülle die Titelrolle mit enormer Physis und psychologischer Durchdringung aus. „Sein Hamlet zeigt ein Wechselbad der Gefühle, von tiefer Ratlosigkeit, ist gleichzeitig manisch depressiv und von unverfrorener Jugendlichkeit“, stellte die Jury fest, die den „kleinen“ Hersfeld-Preis gewöhnlich an Nachwuchs-Schauspieler vergibt.

Fotostrecke zur Preisverleihungsfeier

Hersfeldpreis-Verleihung 2011

Die Festrede hielt Prof. Dr. Walther Keim, Direktor des Muzkkka-Museums in Rotenburg. Für den unterhaltsamen Teil des Vormittags sorgten die Musikgruppen „Saxophonics“ und „TonArt“ sowie Mitglieder des Festspiel-Ensembles. (ks)

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