Russisches Nationalballett und Hersfelder Ballettschülerinnen bezauberte mit Dornröschen

Mit den Großen tanzen

Gemeinsam mit der Fliederfee (Olga Grigorieva) und den Feen des Bergkristalls (Polina Filippova), des goldenen Weins (Anastasia Raikova), des Silbers (Olena Antsupova) und des Saphirs (Lola Zufarova) tanzten die Hersfelder Ballettschülerinnen zu Ehren der kleinen Prinzessin Aurora. Fotos: Zacharias

Bad Hersfeld. Einmal mit den ganz Großen im Rampenlicht stehen, in einem anmutigen Tutu mit professionellen Tänzerinnen und Tänzern über die Bühne schweben – dieser Traum wurde für etwa hundert Mädchen aus Bad Hersfeld am Donnerstagabend wahr. Gemeinsam mit den Profis des Russischen Nationalballetts wirkten sie in der Aufführung von Tschaikowskys Dornröschen mit.

Sie begleiteten die guten Feen, die der kleinen Prinzessin Aurora gute Gaben wie Schönheit, Tugend und Klugheit schenkten. In niedlichen Mäusekostümen huschten sie um die böse Fee Carabosse herum, als kleine Kätzchen verkleidet tanzten sie mit dem gestiefelten Kater beim Hochzeitsfest.

Andere junge Tänzerinnen stellten anmutig den Wald dar, in dem Rotkäppchen mit dem bösen Wolf begegnete, oder purzelten als Zwerge mit Schneewittchen über die Bühne. Die älteren Ballettschülerinnen übernahmen als Hausmädchen, die die gefährlichen Spindeln vor dem gestrengen Zeremonienmeister (Alexander Shirokih) versteckten, richtige Rollen, die auch schauspielerisch einiges von den Mädchen verlangten.

Seit den Sommerferien haben die jungen Tänzerinnen im Tanzstudio Birgitt Fründ und in der Tanzschule Michèle Meckbach intensiv für ihren großen Auftritt geprobt und dabei sogar Zusatztermine in den Ferien oder am Wochenende in Kauf genommen.

Wie genau sie sich bewegen sollten, das vermittelte in einem Sondertraining Timur Kinzikeev vom Russischen Nationalballett, der mit jeder Gruppe intensiv übte. Ihren Trainer sahen die Mädchen später als böse Fee über die Bühne wirbeln.

Gemeinsam mit dem Nationalballett konnten die Kinder allerdings nur ein einziges Mal üben, unmittelbar vor der Aufführung.

Mit Erfolg, offensichtlich, denn in der Vorstellung lief alles wie am Schnürchen. Das Publikum in der ausverkauften Stadthalle, das natürlich zu einem nicht unerheblichen Teil aus stolzen Mamas, Papas, Omas, Opas, Onkels und Tanten bestand, war bezaubert. Nicht nur von der Anmut der Nachwuchstänzerinnen, sondern vor allem auch vom Können der Profis. Die präsentierten in opulenten Kostümen vor malerischen Kulissen einen wahren Augenschmaus, begleitet von Tschaikowskys wunderbarer Musik vom Band, das leider mitunter etwas ruppig gestoppt wurde.

Herausragend waren vor allem die Fliederfee Olga Grigorieva, die Figuren aus anderen Märchen (Alexey Krul und Anastasiya Raikova als gestiefelter Kater und sein Kätzchen, Maxim Marenin und Polina Filippova als Blauer Vogel und Prinzessin Florina sowie Svetlana Emchenko und Mimitry Mamutin als Rotkäppchen und der Wolf. Prinzessin Aurora (Natalia Kungurtseva) und Prinz Desiré (Khasan Usmanov) boten tänzerische Höchstleistungen, ihre Liebesgeschichte konnten sie jedoch nicht glaubhaft vermitteln.

Für den märchenhaften Ballettabend gab es immer wieder Zwischenapplaus und lang anhaltenden, jubelnden Beifall zum Schluss.

Von Christine Zacharias

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