Georges Bizets Oper „Carmen“ feiert am 7. August ihre Premiere in der Stiftsruine

Große Schicksale vertont

Große Frauenrolle: Die Rolle der Carmen (Barbara Buffy) provozierte vor allem zur Entstehungszeit der gleichnamigen Oper Bizets. Seit dem 14. Juli proben Darsteller, Orchester und Tänzer in der Stiftsruine. Foto: Hartmann

Bad Hersfeld. Es ist nicht die erste Oper, die Regisseur Rainer Wenke in der Bad Hersfelder Stiftsruine inszeniert und er kommt gerne zurück. In diesem Jahr bringt Wenke Georges Bizets „Carmen“ auf die Bühne der Stiftsruine. Ein Stück, das wie er sagt „prallvoll mit Menschengeschichten“ ist.

Uraufgeführt 1875 war „Carmen“ bei seinem frühen Publikum alles andere als ein Erfolg. Umso erstaunlicher scheint es, dass die Oper nun eine der am häufigsten inszenierten und gespielten weltweit ist. Den anfänglichen Misserfolg erklärt sich Rainer Wenke mit der Ungewohntheit der Thematik.

Carmen, eine Femme Fatale?

Immerhin handele es sich bei der Hauptfigur Carmen um eine Frau, die die freie Liebe praktiziere, ein freiheitsliebendes Mädchen, das neben der gesellschaftlichen Ordnung stehe.

Mit ihrer Schönheit verführt sie Männer, die Teil der gesellschaftlichen Ordnung sind. Die Arbeiterin in einer Zigarettenfabrik in Sevilla kämpft um die Aufmerksamkeit des jungen Don José, der eigentlich der Verlobte Michaelas ist. Als sie im Streit eine andere Arbeiterin der Zigarettenfabrik verletzt, muss Don José sie verhaften. Carmen gelingt es, ihn zu bezirzen und sie erhält so die Möglichkeit zur Flucht. Don José wird mit Gefängnis bestraft. Doch auch andere Männer entgehen Carmens Reizen nicht. Leutnant Zuniga und der Torero Escamillo hegen beide Gefühle für Carmen. Es kommt zu einer handgreiflichen Auseinandersetzung zwischen Don José und Zuniga, nach der Don José sich Carmen und einer Schmugglerbande anschließen muss und mit ihnen ins Gebirge geht.

Den Konventionen entgegen

Don José wird zum Gesetzesbrecher und verliert schon bald die Zuneigung Carmens, deren Interesse an Torero Escamillo stattdessen wächst. Zigeunerin Carmen verweigert sich José, da sie aus den Karten weiß, dass ihr der Tod durch seine Hand bevorsteht. Die Tragödie mündet in Carmens Tod durch Don José.

In der Stiftsruine lässt Regisseur Wenke bei diesem Stück, das, wie er sagt „mitten aus dem Leben gegriffen“ ist, die gesamte Bühne bespielen und verspricht gerade für Konfliktszenen einen sehr spannenden szenischen Aufbau.

Musikalisch setzt er, im Gegensatz zu der Besetzung des zweiten Stückes in dieser Spielzeit in Bad Hersfeld, auf überwiegend reife, dramatische Stimmen. So übernimmt Altistin Barbara Buffy die Partie der Carmen und an ihrer Seite gibt Herbert Wüscher den Don José. Gerne hätte Wenke auch noch einen größeren Chor gehabt. Er erfreut sich sehr am Engagement der Menschen vor Ort, die teilweise ihre gesamte Freizeit bei Proben verbringen, obwohl sie eigentlich vollkommen anderen Berufen nachgehen.

Hohe musikalische Qualität

Rainer Wenke mag die Oper besonders dann, wenn er mit ihr Geschichten erzählen kann. Sind diese Geschichten, wie bei „Carmen“ dann noch von solch großer musikalischer Qualität umgeben, ist seine Freude umso größer. Die Besucher von „Carmen“ dürfen sich, so Wenke, ab Mittwoch, 7. August, auf „eines der besten Stücke, die die Oper im Sinne des Musiktheaters zu bieten hat“ freuen.

Von Sabrina Teufel

Georges Bizets Oper „Carmen“ in der Stiftsruine

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