Die Jahres-Ausstellung des Hersfelder Kunstvereins bringt viel Sonne ins Leben

Große und kleine Lichter

Lichtblicke: Die Jahres-Ausstellung des Kunstvereins bot mit Arbeiten von 45 Künstlerinnen und Künstlern viel Gesprächsstoff. Im Hintergrund das Bild von Silvia Dostal mit dem Titel „Lichtblicke“. Fotos: Hettenhausen

Bad Hersfeld. Wenn wir Menschen trostlos und traurig sind, geben Lichtblicke uns wieder Hoffnung. Solche „Lichtblicke“ des Lebens haben 45 Mitglieder des Hersfelder Kunstvereins mit jeder Menge Farben, Formen und Ideen in Kunstwerke umgesetzt. Mit einer Vernissage am Freitagabend begann ihre Jahresausstellung, die ein Höhepunkt im Veranstaltungsprogramm des Vereins ist, in der Galerie im Stift.

Sehr viele Besucher waren gekommen, unter anderem auch Bürgermeister Thomas Fehling mit seiner Gattin. Stadträtin Birgit zum Winkel erinnerte an die Anfänge der 30-jährigen Vereinsgeschichte und würdigte die Erfolge. „Heute wird auf besonders hohem Niveau gearbeitet“, stellte sie fest und fügte hinzu: „Die Stadt ist stolz auf sie.“ Gleichzeitig sagte sie ihre Unterstützung zu, die Ausstellungsmöglichkeit in der Galerie zu erhalten, denn „gerade diese große zur Tradition gewordene Jahrespräsentation braucht viel Platz.“

Kunst benötigt Raum

Der Vereinsvorsitzende Gerhard Zinn nutzte die Gelegenheit, eindringlich darum zu bitten. „Die Kunst kann und muss Lichtblick sein“, so formulierte er die Intention der Ausstellung, die den passenden Namen „Lichtblicke“ trägt.

Mehrere Handschriften

In den Ergebnissen der Auseinandersetzung mit dem einen Thema sind die unterschiedlichen Handschriften der Künstler zu erkennen. Mal dezent, mal farbintensiv entstanden lichtvolle Bilder und einfallsreiche Installationen. Hildegund Bode ging diesmal nicht mit Farben an das Thema heran, sondern mit Streichhölzern. In einen Kasten klebte sie ein abgebranntes Hölzchen, das von vielen nicht abgebrannten umgeben ist. „Auch kleine Lichtblicke geben Licht und Wärme“, erklärte sie. „Wenn wir unsere Wahrnehmung schärfen, können wir viele Lichtblicke erleben“, sagte sie hierzu.

Das flächenmäßig größte Werk (180 x 150 cm) stammt von Renate Wandel, die in einer dreigeteilten „Gesellschaftsallegorie“ Schatten, Spannung und Licht darstellt. Ein faszinierendes Licht leuchtet über einer „Wasserstelle in Uluro“. Margot Knüpfer hat dieses Foto gemacht. Zu den besonderen Werken zählt auch Silvia Dostals Bild mit dem Namen „Lichtblicke“. Es zeigt eine alte, im Rollstuhl sitzende Frau, vom Himmel angestrahlt, die Klavier spielt.

Im dritten Stockwerk der Galerie befinden sich weitere Werke. Gespachtelte „Urlaubsträume“, ein „Licht im Sturm“, ein „Regenbogen“, oder auch das Foto „Lichtblick Sakkara“ erfreuen den Betrachter.

Kunst aus Syrien

Die drei Syrer Arya Ati, Rawan Ati und Sherzard Ibrahim sorgten für die musikalische Umrahmung der Vernissage. Die Kunststudenten Ibrahim und Arya Ati gehören mit zu den ausstellenden Künstlern.

Am kommenden Sonntag, 17. Januar, gibt es um 15 Uhr die Möglichkeit, zusammen mit allen Künstlern einen Rundgang durch die Ausstellung zu machen. Ansonsten ist die Ausstellung zu folgenden Zeiten bis zum 14. Februar geöffnet: Von Dienstag bis Samstag von 10 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr.

Von Vera Hettenhausen

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