Große und kleine Dramen

Kai A. Struthoff

Wer dieser Tage in der Kantine im Stiftsbezirk sitzt, der sieht Sterne – Festspielstars. Julian Weigend übt sich im Schwertkampf, Volker Lechtenbrink schnackt ganz gelöst mit Kollegen und Michael Schanze und seine reizende Anatevka-Familie bezaubern jeden. Auch wenn alle sagen, der eigentliche Star ist die Ruine, und obwohl neben den großen Namen natürlich auch viele andere zum Erfolg der Festspiele beitragen – es sind vor allem Lechtenbrink, Schanze und Co. die Zugpferde, die überregional für unsere Festspiele werben. 150 Journalisten haben sich angemeldet, große Fernsehsender bitten um Interviewtermine. Und auch die Festspiel-Matinee der Hersfelder Zeitung war so gut besucht wie nie zuvor. Am Freitag gehts endlich los – jetzt muss nur noch das Wetter mitspielen.

Ein Drama der ganz anderen Art spielt sich unterdessen in Friedewald ab. Dort geht es auch nach dem Abgang des Hauptdarstellers im Rathaus hoch her. In der Gemeindevertretersitzung (siehe Bericht rechts) kämpfte die Parlamentsvorsitzende Birgit Licht mit Formfehlern in Unterlagen, und der 2. Beigeordnete Uwe Wolf mühte sich mit mangelhaften Beschlussvorlagen ab. Immerhin steht der Neuwahl-Termin: Am 16. September soll der neue Bürgermeister gekürt werden. Was jetzt noch fehlt ist ein Kandidat.

Da geht es der Geistal-Schule in Bad Hersfeld besser. Nachdem der langjährige Schulleiter Gerhard Vater zu Beginn des Schuljahres nach Kassel gewechselt war, leitetet ein Gremium von Stellvertretern die Schule. Inzwischen wurde aber eine fachlich kompetente Nachfolgerin, die auch die Geistalschule bereits kennt, gefunden. Nur ihre offizielle Berufung durch das Kultusministerium steht noch aus. Durch den Minister-Wechsel ist dort offenbar einiges liegen geblieben. Derzeit sieht es so aus, als bekäme die Geistalschule erst nach den Sommerferien eine neue Leitung. Wertvolle Zeit geht verloren.

Dabei war die nette, neue Ministerin, Nicola Beer, neulich in Bad Hersfeld. Da hätte man sie ja schon mal fragen können. Aber vielleicht sollte jetzt einfach mal jemand in Wiesbaden anrufen und höflich Druck machen.

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