„Carmen“ und die „Entführung aus dem Serail“ haben in eineinhalb Wochen Premiere

Große Klänge in der Ruine

Proben bei sommerlichen Temperaturen in der Stiftsruine: Das Ensemble der Mozart-Oper „Die Entführung aus dem Serail“ um Gunther Emmerlich (als Bassa Selim). Foto: Teufel

Bad Hersfeld Bei richtigem Sommerwetter hat die Opernsaison mit intensiven Proben in der historischen Stiftsruine begonnen. Hugo Wieg und Reiner Wenke inszenieren Mozarts Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ mit Gunther Emmerlich als Bassa Selim und „Carmen“ von George Bizet.

Sowohl der Palast des Bassa Selim als auch die Kneipenszene im spanischen Sevilla und das Lager der Schmuggler im Gebirge fügen sich gut in die historische Stiftsruine. Besonders wirkungsvoll wird es, wenn es dunkelt und die Szenen vom Bühnenlicht illuminiert werden. „Atmosphäre und Akustik in der weltgrößten romanischen Kirchenruine sind unvergleichlich“ schwärmt Prof. Siegfried Heinrich, Intendant und künstlerischer Leiter der Opernfestspiele.

Georges Bizets tragische Liebesgeschichte zwischen der Zigeunerin Carmen, dem Soldaten Don José und dem Torero Escamillo zählt zu den meistgespielten Opern der Welt. Dass diese Musik bei aller Fatalität dennoch ihre Leichtigkeit behält, ist vollkommen Opéra comique. Obwohl Georges Bizet niemals jenseits der Pyrenäen war, ist seine Vision derart zum Inbegriff des Spanischen geworden, dass sich zwischen Abbild und Realität kaum unterscheiden lässt. Vor allem aber ist es die Musik, zum Beispiel die berühmte Habanera, die das Geschehen so eindringlich und faszinierend erzählt, dass man sich ihr nicht entziehen kann. Die musikalische Leitung hat Prof. Siegfried Heinrich, die Inszenierung übernimmt Rainer Wenke. Hauptdarsteller sind Barbara Buffy (Carmen), Herbert Wüscher (Don José) und Yang Li (Escamillo).

Ein Gleichnis über Liebe, Sehnsucht und Treue ist das dreiaktige Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Der spanische Edelmann Belmonte will seine Konstanze und deren Zofe befreien. Gemeinsam mit seinem Diener Pedrillo wagt er sich in den Serail. Die letztendliche Botschaft „Nichts ist so hässlich als die Rache; hingegen menschlich gütig sein, und ohne Eigennutz verzeih’n, ist nur der großen Seelen Sache“ zeigt, dass vor dem Hintergrund heutiger Konflikte „Die Entführung aus dem Serail“ ein hochaktueller Stoff ist.

Sujin Lee kommt wieder

Die musikalische Leitung hat MD Michael Stolle, die Regie übernimmt Hugo Wieg. Die Partie der Konstanze wird gesungen von Sujin Lee, die im vergangenen Jahr den Hersfelder Orpheuspreis für Nachwuchssänger erhielt (für die Rolle der Gilda in Verdis Oper Rigoletto). Als Bassa Selim ist der bekannte Sänger, Fernsehmoderator und Entertainer Gunther Emmerlich zu erleben. Weitere Hauptdarsteller sind Florian Voss (Belmonte) und Lisa Rothländer (Zofe).

Die Kostümgestaltung für beide Opern liegt in den Händen von Ute Krajewski. Als Opernorchester steht auch in diesem Jahr das bereits ausgezeichnete tschechische Orchester Virtuosi Brunenses zur Verfügung. Es singen der Hersfelder Festspielchor sowie Mitglieder des Polnischen Bachchores und des Frankfurter und Marburger Konzertchores. Weitere Mitwirkende sind der Kinderchor des Bach-Hauses Bad Hersfeld und Mitglieder der Tanz- und Ballettschule Michèle Meckbach.

„Carmen“ gibt es an den ungeraden Tagen vom 5. bis zum 21. August, die „Entführung aus dem Serail“ an den geraden Tagen vom 6. bis zum 20. August jeweils um 20.30 Uhr in der Stiftsruine Bad Hersfeld.

Kartenbestellungen: Arbeitskreis für Musik, Nachtigallenstraße 7, Telefon: 06621/506713 oder 506718, Fax: 06621/64355. Online-Buchung: www.opernfestspiele-badhersfeld.de, E-Mail: info@opernfestspiele-badhersfeld.de. (red/sit)

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