Alles, was man wissen muss

Das große A bis Z zur Festspieleröffnung in Bad Hersfeld am Freitag

Bad Hersfeld. Die Texte müssen sitzen, die Kostüme passen: Morgen wird der rote Teppich ausgerollt und es geht endlich los. Kurz vor der Festspieleröffnung mit der Premiere von Dieter Wedels Inszenierung der Hexenjagd geben wir den großen Überblick über die neue Spielzeit in einem A bis Z.

Ausverkauft sind die Festspiele oft beim Musical und an den Wochenenden. Trotzdem lohnt die Nachfrage nach Restkarten und zurückgegeben Tickets.

Bühne: Sie ist riesig, im Querschiff 60 Meter breit und 1400 Quadratmeter groß.

Chorverein: Unverzichtbarer Pool an Kleindarstellern und versierten Sängern. Eine Bürgerinitiative im besten Sinne.

Dauerbrenner: Drei Jahre am Stück wurden beispielsweise die Musicals „Evita“, „Jesus Christ Superstar“ und „West Side Story“ gespielt.

Eichhof: Im Kleinen Freilichttheater geht es immer heiter zu. Die Karten sind in aller Regel in nullkommanichts vergriffen.

Festspielkantine: Die hat in diesem Jahr einen neuen Wirt. Boris Bütefür heißt er, sein Konzept ist der Biergarten.

Geld spielt in jedem Jahr eine große Rolle.

Hersfeld-Preise gibt es für die Besten auf der Bühne, etwa Will Quadflieg, Volker Lechtenbrink oder auch Helen Schneider. Die Kritiker-Jury verkündet ihre Wahl am 16. Juli.

Intendant Nr. 15 in der 66-jährigen Festspiel-Historie ist Dieter Wedel, oder die Nr. 14, wenn man den zwischenzeitlichen Oberspielleiter Jochen Schmidt nicht mitzählt. Und bei Elke Hesse muss es „Intendantin“ heißen.

Jugend ist auch bei den Festspielen die Zielgruppe der Zukunft: Mit dem Familien- und dem Kinderstück soll das jüngere und ganz junge Publikum angesprochen werden.

Kleindarsteller hießen früher Statisten. Jetzt spielen sie wichtige Rollen, haben den Verein der „Sommernachts-Träumer“ gegründet und sogar ein eigenes Theaterstück „Die Türen“ auf die Beine gestellt.

Lustspiel oder Komödie: Fester Bestandteil des Spielplans und steht in Bad Hersfeld immer für gute, niveauvolle Unterhaltung.

Musicals sind eines der Aushängeschilder der Hersfelder Festspiele: Top-Regisseure und die Stars unter den Darstellern haben Bad Hersfeld einen ausgezeichneten Ruf beschert.

Neue Tribüne: Die hat knapp 400 Plätze weniger als die alte, ist aber wesentlich komfortabler. Der Weg in die und aus der Stiftsruine dauert nicht mehr so lange und ermöglicht die Pause.

Oper: Die gab es früher im Anschluss an die Festspiele, allerdings nicht von der Stadt veranstaltet, sondern vom Arbeitskreis für Musik. Weil sich beide über eine Zusammenarbeit nicht verständigen konnten, gibt es dieses Jahr nur drei Veranstaltungen mit klassischer Musik – 2017 vielleicht wieder mehr.

Pause – das war bis zum vergangenen Jahr bei den Festspielen ein Fremdwort. Erst Dieter Wedel und die neue Tribüne machten eine Unterbrechung möglich.

Quote: Über 80 Prozent Auslastung ist gut, unter 70 nicht so gut. Und beim Musical: Je näher an der 100 desto besser.

Ring: Wer ihn bekommt, steht in der Gunst des Publikums ganz oben, denn er wird mit dem Zuschauerpreis verliehen. Im vergangenen Jahr erhielt ihn André Eisermann.

Stiftsruine: Magische Spielstätte, der Intendanten, Regisseure und viele Schauspieler verfallen sind.

Teppich, rot: Liegt unter den Schuhsohlen von Menschen, die alle kennen, die am Rande des Teppichs stehen und Beifall klatschen.

Ueberdachung: Die gibt es nur für das Publikum, doch nicht für die Bühne. Die ein- und ausfahrbare, 1400 Quadratmeter große Dachhaut hat der Architekt Frei Otto entworfen, der mit dem Zeltdach des Münchener Olympiastadions berühmt wurde.

Videowand: noch eine Wedel-Erfindung für die Festspiele und in diesem Jahr zum ersten Mal im Einsatz. Dafür wurden vorab mehrere Filmszenen gedreht.

Wedel, auch „Wedel-Effekt“: Der prominente Intendant hat prominente Namen nach Bad Hersfeld geholt.

X-beliebig ist bei den Festspielen glücklicherweise nichts, denn die Planungen für das nächste Jahr beginnen bereits in der laufenden Spielzeit.

Yetis werden die Zuschauer in diesem Jahr nicht zu sehen bekommen. Dabei standen schon allerlei skurrile Geschöpfe auf der Bühne, darunter Hühner, Esel und Pferde.

Zuschauer: Im besten Fall sind es am Ende 100 000, die die Aufführungen in und an der Stiftsruine, im Schloss Eichhof und im Rahmenprogramm erlebt haben.

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