HZ-Festspielmatinee: Regisseure gaben erste Einblicke in die 65. Spielzeit

Große Bilder, große Stars

In Aktion: Das Ensemble des Musicals Cabaret gab zur HZ-Festspielmatinee im originalen Bühnenbild eine Kostprobe ihres gesanglichen Könnens. Fotos: Konopka

Bad Hersfeld. Willkommen, bienvenue, welcome– die Hersfelder Zeitung und die Bad Hersfelder Festspiele hatten gerufen und die Zuschauer strömten in Scharen zur Festspiel-Matinee. Was bisher in eher kleinem Rahmen in der City-Galerie stattgefunden hatte, war auf die große Bühne der Bad Hersfelder Stiftsruine verlegt worden.

Doch selbst die 1200 Plätze der neuen Tribüne vermochten den Publikumsansturm nicht vollständig zu fassen. Wer einen Platz ergattert hatte, erhielt in kurzweiligen zwei Stunden Einblick in alle Bühnenproduktionen. Als Conférencier aus „Cabaret“ hatte Musical-Star Helen Schneider die Besucher musikalisch begrüßt. In die Rolle der Conférenciers der Festspiel-Matinee schlüpften an diesem Vormittag auch HZ-Geschäftsführer Markus Pfromm und HZ-Redaktionsleiter Kai A. Struthoff, die im Plauderton zwischen Spielszenen den Regisseuren und Darstellern nicht nur Details zum Stück, sondern auch persönliche Eindrücke und Empfindungen zur Stiftsruine und Bad Hersfeld entlockten. Die Zahl der Gesprächspartner war groß wie nie zuvor, schließlich hatte Intendant Dieter Wedel nicht nur sämtliche Regisseure, sondern auch nahezu alle Hauptdarsteller aufgeboten. Applaus insbesondere aus den hinteren Reihen erntete der Intendant, als er über Veränderungen wie die neue Tribüne und den Einsatz der Beschallungstechnik berichtete.

Lobende Worte fand Wedel für die Kleindarsteller aus der Region und das Technische Personal hinter den Kulissen – Stammbesatzung und Neulinge seien gut zusammengewachsen. Intendant und Moderatoren betonten zwar, dass es sich bei den Spielszenen noch um Werkstattfassungen handele. Dennoch erlebten die Zuschauer bereits große Bilder mit Schauspielern im Kostüm und musikalischer Begleitung – die Requisiten der übrigen Stücke wurden kurzfristig ins Bühnenbild des Musicals Cabaret integriert.

So wurde die Ruine innerhalb weniger Minuten für die „Sommernachts-Träumereien“ zum verwunschenen Wald, für Kleists „Zerbrochnen Krug“ zur Gerichtsstube, zur Mafia-Pizzeria für „Verführen Sie doch bitte meine Frau“ oder zur Zirkusmanege samt bunter Gauklertruppe, Zirkuskapelle und Kamelkarawane für die „Komödie der Irrungen“. Ein kraftvoller Gesangspart von Bettina Mönch als Sally Bowles sowie Judy Winter und Helmut Baumann im Duett um die Ananas aus „Cabaret“ beschlossen nach gut zwei Stunden die Festspielmatinee. Für das Publikum war die Veranstaltung ein Vorgeschmack auf die kommende Spielzeit, für die Schauspieler auf hoffentlich genauso reichlichen Applaus wie an diesem Tag. (jce)

 

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HZ-Festspielmatinee in der Stiftsruine

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