Der Kreishaushalt im Schnellcheck: Fehlbetrag sinkt 2015 auf 760 000 Euro

Das Gros zahlen die Gemeinden

Im kommenden Jahr soll der Fehlbetrag im Haushalt des Kreises noch 760 000 Euro betragen – so niedrig war er die vergangenen zehn Jahre nicht (siehe Grafik). Wir präsentieren den Haushaltsplan, der nun in die parlamentarische Beratung geht, im Schnellcheck:

Was ist der größte Ausgabeposten?

Insgesamt 175,9 Millionen Euro wird der Landkreis im kommenden Jahr ausgeben. Fast die Hälfte davon (44,5 Prozent, 78,2 Mio. Euro) sind Transferleistungen, die aufgrund gesetzlicher Verpflichtungen für Grundsicherung, Erziehungshilfe und die Unterbringung von Flüchtlingen gezahlt werden muss. Dieser größte Ausgabeposten ist binnen eines Jahres um 5,8 Millionen Euro gestiegen.

Was kostet das Personal?

Auf das Personal entfällt ein Fünftel der Ausgaben, insgesamt 36,2 Millionen Euro. Zwar hat der Landkreis im vergangenen Jahr fünf Stellen eingespart. Trotzdem sind die Personalkosten um 1,0 Millionen Euro gestiegen. Die Kreisverwaltung hat 599,66 Stellen.

Wie wird das finanziert?

Knapp 40 Prozent seiner Einnahmen macht der Kreis mit der Kreis- und Schulumlage, die Städte und Gemeinden an ihn abtreten müssen. Das sind gut 70 Millionen Euro, etwa 4,5 Millionen Euro weniger als 2014. Dafür erhält der Kreis 6,3 Millionen Euro mehr aus dem Kommunalen Finanzausgleich. Diese Schlüsselzuweisungen steigen auf 25,2 Millionen Euro. Mit der Jagdsteuer verdient der Kreis 121 000 Euro, und der Rest sind vor allem Zuschüsse und Transfererträge, die weitergegeben werden.

Wie ist die Umlage im Vergleich zu anderen Kreisen?

Seit fünf Jahren zahlen die Kommunen eine Kreis- und Schulumlage von 55,5 Prozent. Daran soll sich auch 2015 nichts ändern. Damit liegt der Kreis deutlich unter dem Hessenschnitt von 57,05 Prozent, denn 15 der 21 hessischen Landkreise verlangen die maximal möglichen Umlagehebesätze von 58 Prozent. Vier Kreise liegen allerdings darunter.

Wieviel Schulden macht und hat der Kreis?

Für die geplanten Investitionen muss der Kreis neue Kredite von gut 2,7 Millionen Euro aufnehmen. Zugleich tilgt er aber Darlehen in Höhe von 3,6 Millionen Euro. Schlechter sieht es bei den Kassenkrediten aus, mit denen die Defizite der vergangenen Jahre im Ergebnishaushalt aufgefangen wurden. Sie betragen aktuell knapp 63 Millionen Euro. Landrat Schmidt rechnet mit einem kleinen Überschuss aus der Verwaltungstätigkeit von knapp 0,5 Millionen Euro: „Dieser reicht jedoch bei Weitem noch nicht aus, um die jährliche Tilgungsleistung in Höhe von 3,5 Millionen Euro zu bedienen.“

Wie soll es weitergehen?

Nachdem das Defizit im kommenden Jahr auf 760 000 Euro sinkt, geht der Landrat davon aus, dass der Haushaltsplan 2016 endlich wieder ausgeglichen sein wird. (mcj)

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