Zahl der gemeldeten Fälle im Kreis aber deutlich erhöht

Grippewelle: Region bleibt noch verschont

Hersfeld-Rotenburg. Während in einigen Kasseler Schulklassen derzeit die Hälfte der Schüler krankheitsbedingt fehlt, ist von einer Grippewelle im Kreis Hersfeld-Rotenburg noch lange nicht die Rede. Zwar sei bei den Schuleingangsuntersuchungen derzeit fast kein Kind komplett gesund, aber von einer Epidemie könne sicher nicht die Rede sein, so Dr. Dieter Gobrecht, Leiter des Gesundheitsamtes.

Die Zahl der gemeldeten Grippefälle sei jedoch unabhängig vom Alter deutlich gestiegen. Während im gesamten Jahr 2012 gerade einmal vier Fälle beim Gesundheitsamt registriert wurden, sind es 2013 bereits 28. In fünf Fällen war der Krankheitsverlauf so bedrohlich, dass eine stationäre Behandlung nötig war – im vergangenen Jahr war dies nur einmal der Fall. „In Bezug auf die Bevölkerungszahl im Kreis ist das allerdings immer noch kein bedrohlicher Wert“, sagt Gobrecht, weist aber auch darauf hin, dass die Hausärzte nicht alle Krankheitsfälle im Labor überprüfen lassen würden. „Die Dunkelziffer ist gewaltig.“

Osthessen eine Insel

Dr. Martin Ebel, Sprecher des Hausärzteverbandes Hersfeld-Rotenburg, bestätigt ein erhöhtes Aufkommen an bakteriellen Infekten, Viruserkrankungen seien in der Region aber im Vergleich zum Bundesdurchschnitt selten. „Osthessen ist auf der Grippekarte derzeit eine kleine Insel“, sagte Ebel. In der vorvergangenen Woche waren bei einer deutschlandweiten Stichprobe 61 Prozent aller Laborproben positiv auf den Influenza-Virus getestet worden. Besonders gefährdet seien Menschen, die beruflich viel mit anderen in Kontakt kommen, sagt Ebel.

Während Patienten mit Grippevirus über sehr plötzlich auftretenden Schüttelfrost oder Gliederschmerzen klagen, entwickeln sich die Symptome bei einer bakteriellen Infektion gemeinhin über mehrere Tage.

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Von Lasse Deppe

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