Ab 2017 läuft Tourismus-Werbung nur noch über Verbände

Grimm-Heimat will Gemeinden rauswerfen

Hersfeld-Rotenburg. Für den Tourismus in der Region ist eine wichtige Weiche gestellt worden. Die Grimm-Heimat Nordhessen, die für die Tourismus-Werbung zuständig ist, wirft ab 2017 einzelne Städte und Gemeinden raus und lässt nur noch touristische Arbeitsgemeinschaften (TAG) wie die Erlebnisregion Mittleres Fuldatal und das Rotkäppchenland als Mitglieder zu. Damit soll sich die Region einheitlicher präsentieren, was Folgen auf den Erfolg der heimischen Tourismus-Wirtschaft haben dürfte.

Kommunen, die keiner TAG angehören, sind dann von Marketing und Tourismusförderung ausgeschlossen. Das hat der Tourismus-Beirat der Grimm-Heimat entschieden, dem Vertreter der Landkreise, der IHK, des Hotel- und Gaststättenverbands und der Deutschen Märchenstraße angehören. Damit der Beschluss wirksam wird, müssen sie noch das Protokoll annehmen.

Damit schottet sich die Grimm-Heimat gegen Orte wie Melsungen ab, das aus der Erlebnisregion Mittleres Fuldatal austreten will (wir berichteten). Vor diesem Hintergrund haben die Stadtverordneten die Entscheidung über den Austritt am Donnerstag vertagt. Schon ab 2014 wird Kommunen die Mitgliedschaft erschwert. Sie sollen einen nicht näher festgelegten Aufschlag auf die Marketingkosten zahlen. Ausgenommen sind Städte wie Bad Hersfeld, Kassel und Willingen, die touristisch so stark sind, dass sie selbst eine TAG darstellen.

„Einzelne Orte können touristisch keine Schlagkraft entwickeln“, sagt die Leiterin der Grimm-Heimat, Ute Schulte. Um die Region für Urlauber attraktiv zu machen, sei es wichtig, qualitativ hochwertige Angebote zu entwickeln. Im Mittleren Fuldatal werde das mit dem Fuldaradweg und der geplanten Handwerker-Route versucht. „Diese Angebote sind interessanter für Gäste, und das schafft man nur im Verbund“, sagt Schulte. Hintergrund, Zum Tage, Seite 2

Von Marcus Janz

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