Heiderich und Bürgerinitiative kritisieren Windpark-Verkauf

Griff in Subventionstopf

Bad Hersfeld. Die Bürgerinitiative „Rettet den Stadtwald“ hat an den Aufsichtsrat der Stuttgarter Stadtwerke appelliert, den Kauf des Windparks Wehneberg erneut zu überdenken. Wie berichtet hatten die Stuttgarter die umstrittenen sechs Windkraftanlagen in Bad Hersfeld für 28 Millionen Euro von der Wiesbadener Betreiber-Firma Abo-Wind gekauft.

„Wir appellieren an Sie, dieses Investment noch einmal zu überdenken und als neuer Inhaber nicht Teil einer völlig verunglückten Interessenkollision zu sein – machen Sie sich vor Ort mit der Situation vertraut und überprüfen Sie ganz genau, was von den Windgutachten zu halten ist und welche Risiken Ihnen vielleicht sogar verschwiegen wurden“, heißt es in dem Schreiben von Andrea Zietz und Markus Gressmann, den Sprechern der BI, an die Aufsichtsräte in Stuttgart.

Die BI erinnert an die massiven Bürgerproteste gegen das Projekt, die Kritik an der mangelhaften Bürgerbeteiligung, aber auch an die Bedenken von Naturschützern, die vermeintliche Windschwäche des Standortes und die damit verbundenen Erwartungen an die Wirtschaftlichkeit.

„Subventions-Kapitalismus“

Massive Kritik am Verkauf kommt auch vom CDU-Bundestagsabgeordneten Helmut Heiderich, der sogar von „blankem Subventions-Kapitalismus“ spricht. Die Vorgänge um die Windräder in Bad Hersfeld machten deutlich, dass es in dieser Branche nicht um die Interessen der Bürger geht. Ziel der Antragsteller sei es, „möglichst hohen Profit aus dem Subventions-Topf des EEG abzugreifen“, heißt es in einer Mitteilung von Heiderich. Nach eigenen Angaben habe ABO-Wind rund 20 Millionen Euro in den Windpark investiert.

„Wenn er dieses Projekt jetzt für 28 Millionen Euro weiter verkaufe, dann hätten ihm die Durchsetzung des Genehmigungsverfahrens und die „Überzeugung“ der Stadtverordneten bereits einen Profit von Millionen Euro eingebracht.“ Damit habe ABO sein im Werbeprospekt angegebenes Ziel, „die Steigerung des Börsenkurses“ schon jetzt erreicht.

Ähnliche Profite errechnet Heiderich auch für die Stuttgarter Stadtwerke. „Was haben die Bürger unserer Region davon, dass sich Unternehmen aus Stuttgart, Düsseldorf, Ostfriesland, Rostock die Konten mit Windrädern auf den Hügeln unserer Region füllen,“ fragt Heiderich. (red/kai)

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