DRK-Kreisverband Hersfeld denkt über einen hauptamtlichen Vorstand nach

Die Grenzen des Ehrenamts

Der neu gewählte, beziehungsweise bestätigte Vorstand des DRK-Kreisverbandes mit (v.l.) Stefan Kather, Heinrich Nitz, Dirk Hewig, Reinhard E. Matthäi, Philipp Nitz, Dennis Scheuren, Dr. Thomas Handke (Vorsitzender), Tobias Deiß, Bernd Perlmann, Dr. Matthias Lotz, Anja Opfer, Cornelia Grimm, Arno Hagedorn und Geschäftsführer Karl Georg Dittmar. Foto:  DRK

Bad Hersfeld. Vor einem grundlegenden Umstrukturierungsprozess stehen die Kreisverbände des Deutschen Roten Kreuzes in Deutschland. Das war eines der Themen bei der Jahresversammlung des DRK-Kreisverbandes Hersfeld. Dabei gilt es, jeden Tag den Spagat zwischen dem unverzichtbaren ehrenamtlichen Engagement und den Anforderungen eines wirtschaftlich arbeitenden Betriebes zu meistern.

„Wir sind mittlerweile ein richtig großes Unternehmen, ein Konzern mit mehreren Millionen Euro Umsatz im Jahr“, erläutert Kreisvorsitzender Dr. Thomas Handke. Pflegedienst, Rettungsdienst, Dienstleistungs-GmbH, Altenheim und dazu der ideelle Bereich mit alleine knapp einer Million Euro Umsatz müssen professionell gemanagt werden. Dazu soll es in absehbarer Zeit einen hauptamtlichen Vorstand geben.

Handke, selbst ehrenamtlicher Vorsitzender, versteht das nicht als eine Entwertung der freiwilligen Arbeit, sondern auch als Unterstützung der Ehrenamtlichen – sowohl in Haftungsfragen als auch bei der Organisation von Veranstaltungen und Einsätzen.

Mit einer entsprechenden Satzungsänderung tat sich der Landesverband des DRK, der kürzlich in Bad Hersfeld tagte, noch schwer. Geschäftsführer Karl Georg Dittmar geht jedoch davon aus, dass die Kreisverbände hier möglicherweise schneller entscheiden werden. Außerdem erwartet er, dass sich mittelfristig die beiden Kreisverbände Hersfeld und Rotenburg zusammenschließen werden.

Finanzierung gesichert

In seinem Jahresbericht ging Thomas Handke unter anderem auf das neue Altenheim in Friedewald ein, das inzwischen zu 100 Prozent ausgelastet sei. „Dass wir dort gebaut haben, war der Wunsch der Gemeinde“, erinnerte er. Anderen Investoren sei das Risiko zu groß gewesen. Das DRK habe es trotzdem getan in der Erwartung, dass auch die Gemeinde mitziehen werde. Es habe erhebliche Anstrengungen gekostet, inzwischen sei jedoch die Finanzierung des Gesamtprojekts gesichert, betonte Handke.

3 400 Mitglieder hat der DRK-Kreisverband Hersfeld zurzeit. Dringend gebraucht werden aber, darauf wies unter anderem der Rotkreuz-Beauftragte Reinhard E. Matthäi hin, weitere freiwillige Helfer. „Bei Großeinsätzen kann es kritisch werden“, gab Matthäi zu bedenken.

Die Vorstandswahlen brachten folgendes Ergebnis: Vorsitzender Dr. Thomas Handke, Stellvertreter Anja Opfer und Stefan Katzer, Schatzmeister Bernd Perlmann, Justiziar Manfred Kurz, Leiterin der Sozialarbeit Cornelia Grimm, Kreisbereitschaftsleitung John Szoke, Kreisverbandsarzt Dr. Matthias Lotz, Jugendrotkreuzleiter Dirk Hewig, Stellvertreter Philipp Nitz, Vertreter der Bergwacht Heinrich Nitz.

Von Christine Zacharias

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