Neuerliche Debatte über die Vitalisklinik

Wo ist die Grenze?

Bad Hersfeld. Der unmittelbar zuvor im Ältestenrat unternommene Versuch, in der Bad Hersfelder Stadtverordnetenversammlung eine neuerliche Diskussion über die Finanzprobleme der Vitalisklinik zu verhindern, hatte keinen Erfolg: Die städtische Ausfallbürgschaft für einen Kassenkredit in Höhe von 1,25 Millionen Euro war wie schon im Haupt- und Finanzausschuss Anlass, Position zu beziehen.

„Wo ist die Grenze?“, fragte beispielsweise Gunter Grimm (CDU), denn die 2008 von den städtischen Wirtschaftsbetrieben übernommene und mittlerweile mit zehn Millionen Euro sanierte Klinik schreibe trotz gegenteiliger Versprechungen noch immer keine „schwarze Null“. Grimm gab sich selbst die Antwort: „Wenn es an die sozialen Leistungen der Stadt geht.“

In der Klemme

Michael Bock (NBL) kritisierte das Engagement der Stadt als „falsche Grundsatzentscheidung“ und stellte fest: „Wir sind in der Klemme.“

Von einem „Fass ohne Boden“ sprach Horst Zanger (Linke), und Hans-Jürgen Schülbe betrachtete die Vorlage gar als „Nötigung“. Auch die Fachkompetenz von Geschäftsführer Hans Wilhelm Saal zweifelte Schülbe erneut an.

Dirk Bodes (NBL) verlangte nach einem „Plan B“, falls auch diese Finanzspritze nicht ausreiche.

Jetzt konkurrenzfähig

„Hier wird ein Unternehmen schlecht geredet,“ hielt Monika Schmidt (Grüne) dagegen, und Carsten Lenz attestierte der Klinik „mittelfristig eine Perspektive“. Bernd Wennemuth (SPD) plädierte dafür, ihr bis März kommenden Jahres Zeit zu geben. Auch Uwe Kohlstädt (NBL) hält die Einrichtung nach den jüngsten Investitionen jetzt für konkurrenzfähig und befürwortete den Kredit.

Bei drei Nein-Stimmen und einer Enthaltung wurde die Bürgschaft am Ende dennoch von einer breiten Mehrheit getragen. (ks)

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