Auf dem Bad Hersfelder Friedhof ist Raum für persönliche Gestaltung

Grab darf individuell sein

Ein Engel hält sein Licht: Diese Figur steht auf einem Grab auf dem Bad Hersfelder Friedhof. Fotos: Stehr

Bad Hersfeld. Ein Name, häufig noch ein Geburts- und ein Sterbetag – Grabsteine geben Hinweise darauf, wer am Ort seine letzte Ruhestätte gefunden hat. Doch viele wollen mehr als nüchterne Namen und Zahlen, sie wollen, dass der Stein einen Teil des Lebens der verstorbenen Person widerspiegelt.

Der Wunsch eines mit neun Jahren verstorbenen Jungen sorgte zuletzt für Aufsehen. Jens Pascal hatten sich gewünscht, dass das Logo seines Lieblings-Fußballvereins, Borussia Dortmund, seinen Grabstein schmücken solle. Zunächst war dieser Wunsch von der Kirche seiner Heimatgemeinde abgelehnt worden.

Gefühle respektieren

In Bad Hersfeld ist in der Friedhofsordnung unter Paragraph 27 zu lesen, dass die „Anbringung von Inschriften, Symbolen sowie bildlichen Darstellungen, die die Würde der Toten oder die Gefühle der Friedhofsbesucher verletzen“ unzulässig sind. So muss die Aufstellung oder Veränderung eines jeden Grabsteins zuvor von der Friedhofsverwaltung schriftlich genehmigt werden.

„Wir haben verschiedene Quartiere mit verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten,“ erklärt Johannes van Horrick, Fachbereichsleiter der Technischen Verwaltung. Man sei bemüht, jedem auf seine Weise gerecht zu werden. „Christliche Symbole sind bei uns nicht verpflichtend“, sagt van Horrick. So gäbe es auch Möglichkeiten, islamischen oder jüdischen Glauben in die Grabgestaltung einzubringen.

Kaum ausgefallene Wünsche

Auch wenn immer mal wieder künstlerische Entwürfe zur Genehmigung eingereicht werden, ausgefallene Wünsche haben in Bad Hersfeld Seltenheitswert.

„Wir arbeiten meist Schriftzüge ein“, sagt der Hersfelder Steinmetz Heinrich Schaffert. Zuletzt war es einmal die nachempfundene Unterschrift eines Verstorbenen, die einen Stein zierte. „Wir haben auch schon das Abbild eines Hundes als Radierung verewigt oder auch das Bildnis des Verstorbenen“, berichtet der Steinmetz. Das sei aber schon das Außergewöhnlichste gewesen. Das Logo eines Vereins sei noch nie gewünscht gewesen.

Johannes van Horrick ist sich sicher, dass es in Bad Hersfeld auch im Fall eines Fußballfans, der ein Vereinsemblem auf seinem Grab haben möchte, eine Lösung gegeben würde.

„Auch in einem solchen Fall würden wir versuchen, eine Sonderregelung zu bekommen. Es darf nur nicht passieren, dass sich andere daran stören“, sagt er.

Von Claudia Stehr

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