Diakonischer Zweckverband feierte 33-jähriges Bestehen in der Stadtkirche

Gott und satter Genuss

Einsatz für die Mitmenschen: Dekanin Gisela Strohriegl (links), die Vorsitzende des regionalen diakonischen Werkes, und Diakoniepfarrerin Jutta Preiß-Völker. Foto: Apel

Bad Hersfeld. Fast vierzig Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zweckverbandes für Diakonie stehen vor dem Altar der Stadtkirche. Er ist mit Rosen und einer Figur der Heiligen Elisabeth festlich geschmückt.

Dekanin Gisela Strohriegl, die Vorsitzende des von den evangelischen Kirchenkreisen Hersfeld und Rotenburg getragenen regionalen diakonischen Werkes, hat die Gottesdienstbesucher anlässlich des 33-jährigen Bestehens des Zweckverbandes begrüßt und die Wichtigkeit der an vielen sozialen Brennpunkten geleisteten Arbeit der Beratungsstellen und Einrichtungen hervorgehoben.

Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt wundert sich über den Anlass („Die 33 ist doch eher eine Schnapszahl!“), unterstreicht in seinem Grußwort aber eindrucksvoll, worum es dem Team von Diakoniepfarrerin Jutta Preiß-Völker, die von Anfang an an der Spitze des Zweckverbandes steht, geht und stellt fest: „Unsere Gesellschaft braucht Verbände wie die Diakonie, damit sie nicht in Kälte und Formalismus erstarrt!“ Immer und überall gelte es, an die Schwachen zu denken, und von daher sei auch die Feier des 33. Geburtstages gerechtfertigt.

Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Elke Künholz geht auf den „Glücksfall“ Diakonie und die vielfältigen, auf dem Subsidiaritätsprinzip beruhenden Verflechtungen ein. Auch wenn man „des lieben Geldes wegen“ hin und wieder darüber streite, welche Hilfeleistungen nötig seien, könne man doch von einer „fruchtbaren Symbiose zum Wohle der Menschen“ sprechen.

Kein Widerspruch

Landeskirchenrat Horst Rühl, der theologische Vorstand des neu gebildeten Landesverbands der Diakonie Hessen, hat in seiner Andacht schon auf das Motto der Jubiläumsfeier Bezug genommen und erklärt, dass ein Leben im Einklang mit Gott und satter Genuss nicht im Widerspruch stehen, sondern „miteinander schwingen“. Seine Quintessenz: „Jeder einzelne Mensch, dem Teilhabe neu ermöglicht wird, ist ein Genuss, weil die Arbeit mit ihm und für ihn von einem tiefen Sinn erfüllt ist.“

Nach so viel Grundlegung sind alle Gäste eingeladen, im nahegelegenen Gemeindehaus die vom Ausbildungsrestaurant gekochte Kartoffel- und erst recht die Kürbissuppe zu genießen. Akademiedirektor Karl Waldeck versteht es in eloquenter Art und Weise, das Tagesthema „Diakonie – ein Schlüssel zum Genuss“ weiter zu vertiefen – mit Bezug auf den Prediger (Koh 9, 7-10), auf in der Bibel geschilderte Feste und auf den sinnenfrohen Reformator Martin Luther. „Genuss sollte reflektiert und verantwortlich gelebt werden!“, „Weniger ist oft mehr!“, aber auch: „Wer nicht genießt, ist ungenießbar!“, sind Feststellungen, mit denen man leben kann.

Danach ist die Geburtstagsgesellschaft eingeladen, an verschiedenen Stationen Genuss- und andere Sinneserfahrungen zu machen. Unüberhörbarer Höhepunkt ist eine Aktion mit „DrumCircles“, bei der jeder – im Kreis sitzend und angeleitet von Mathias Reuter und Peter Löber an der Basstrommel – so richtig „auf die Pauke“ hauen kann. Mit Rasseln, Holzinstrumenten und Trommeln. Durchaus doppeldeutig stellt Dekanin Strohriegl zum Abschluss fest: „Wir sind am Ende, es hat Spaß gemacht, aber es strengt auch an!“

Von Wilfried Apel

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