Rudolf Haas feiert seinen 100. Geburtstag lebensfroh und unternehmungslustig

„Gott hat mich geführt“

Seinen 100. Geburtstag feierte jetzt im Haus Bethanien in Hünfeld Rudolf Haas. Er hatte nach dem Zweiten Weltkrieg knapp 60 Jahre mit seiner Familie in Bad Hersfeld gelebt und sich dort vielfältig engagiert. Zu den Gratulanten gehörten auch Hünfelds Bürgermeister Eberhard Fennel (3.v.l.) und der stellvertretende Vorsitzende des CDU-Stadtverbandes Bad Hersfeld, Hartmut Ziehn (2.v.l.). Foto: privat

Hünfeld. Auf 100 Lebensjahre blickt der Bad Hersfelder Rudolf Haas zurück. Mit zahlreichen Gästen feierte er diesen besonderen Geburtstag im Haus Bethanien in Hünfeld, in dem er seit dem Jahr 2005 seinen Lebensabend liebevoll betreut von der Tochter Erika Hühn und ihrem Mann Heinrich verbringt.

Zu den zahlreichen Gratulanten zählten auch Hünfelds Bürgermeister Dr. Eberhard Fennel, Kreisbeigeordnete Dr. Friederike Lang, der Bad Hersfelder CDU-Vorsitzende Hartmut Ziehn und Pfarrer Christian Sack von der Katholischen Gemeinde Hohe Luft.

Für die Bad Hersfelder CDU gratulierte Hartmut Ziehn, der auf das langjährige ehrenamtliche Wirken von Rudolf Haas, unter anderem als Stadtverordneter in Bad Hersfeld, einging. Kennzeichnend für Haas war auch sein Einsatz für die katholische Arbeitnehmerbewegung, der er schon seit 1946 angehört. Dies rief Pfarrer Christian Sack in Erinnerung, der berichtete, dass sich Rudolf Haas gemeinsam mit seiner Frau große Verdienste um den Aufbau dieser katholischen Kirchengemeinde in Bad Hersfeld erworben habe.

Kriegsgefangenschaft

Haas wurde 1912 in Kaaden an der Eger geboren, wo er das Schreinerhandwerk erlernte und die Meisterprüfung ablegte. Nach der Heirat mit seiner Frau Annemarie zog er 1938 nach Dresden, wo er als Soldat zum Kriegsdienst einberufen wurde und auf verschiedenen Kriegsschauplätzen in 13 europäischen Ländern für die Luftwaffe tätig war. 1944 geriet er in Rumänien in Kriegsgefangenschaft und wurde nach Russland deportiert. Erst 1947 wurde er nach Bad Hersfeld entlassen.

Mit seiner Frau und den drei Kindern zog er zunächst nach Harnrode, wohin es die Ehefrau mit den Kindern nach der Vertreibung 1946 verschlagen hatte. 1954 fand die Familie eine neue Heimat in Bad Hersfeld-Hohe Luft. Dort arbeitete Haas zunächst als Werklehrer für die amerikanischen Streitkräfte und wirkte bei den Hersfelder Festspielen als Komparse und Dekorateur mit.

1956 wechselte er dann zu einer Möbelfirma, bei der er bis zu seinem Ruhestand 1976 blieb. Seine christliche und soziale Weltanschauung dokumentierte sich bereits 1933, als er sich der christlich sozialen Volkspartei in Österreich anschloss. Daran knüpfte er später als langjähriger Vorsitzender der KAB in Bad Hersfeld und mit seiner Tätigkeit für den christlichen Gewerkschaftsbund und die Ackermanngemeinde an. Viele Jahre war er auch aktiv im Roten Kreuz und von 1974 bis 1981 Stadtverordneter der CDU in Bad Hersfeld.

Besondere Verdienste erwarb sich Haas gemeinsam mit seiner Ehefrau beim Bau der katholischen Kirche St. Bonifatius im Stadtteil Hohe Luft. Kirchenbauten hatten auch schon zuvor seinen beruflichen Weg geprägt, wie er in seinen Dankesworten bekannte. So war er maßgeblich an der Innenausstattung der Kirchbauten in Eger und der Marienkirche in Karlsbad beteiligt und schuf die Inneneinrichtung für die Bibliothek des Klosters von Eger, die heute ein Museum ist.

Begegnung mit Papst

Unvergessen sind für ihn auch Begegnungen mit Persönlichkeiten wie Konrad Adenauer oder Papst Johannes Paul II bei dessen Besuch in Deutschland Anfang der 80er-Jahre. Wenn er auf seinen Lebensweg zurückblicke, sagte Haas, dann wisse er, dass ihn Gott durch die 100 Jahre gut geführt habe. (red/zac)

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