Pfarrer Frank Nico Jaeger ist „der Neue“ im Team der Evangelischen Stadt- und Johanneskirchengemeinde

„Gott fängt uns auf“

Wusste schon mit 14 Jahren, dass er Pfarrer werden will: Frank Nico Jaeger vor der Evangelischen Stadtkirche in Bad Hersfeld, seiner neuen Wirkungsstätte neben der Johanneskirche. Den ersten Gottesdienst hält der 37-Jährige am Sonntag, 19. Januar. Foto: Maaz

Bad Hersfeld. Er twittert und ist bei Facebook aktiv, spielt Fußball und Gitarre und wusste schon mit 14 Jahren, dass er Pfarrer werden will. Frank Nico Jaeger gehört ab sofort zum Team der Evangelischen Stadt- und Johanneskirche zu Bad Hersfeld.

Der 37-Jährige war zuletzt in Tann in der Rhön tätig, „Schuld“ an seinem Wechsel nach Bad Hersfeld ist Ehefrau Kathrin. Die Grundschullehrerin wollte wieder arbeiten, was sich rund um Tann aber nicht realisieren ließ. Zudem wollte die junge Familie mit zwei Söhnen wieder näher zur Familie in der Nähe von Kassel ziehen. In Vellmar hat Jaeger sein Vikariat absolviert und dort bei einer Kanutour auch seine Frau kennengelernt.

Frank Nico Jaeger wurde schließlich auf die vakante Pfarrstelle in der Kur- und Festspielstadt aufmerksam, und war mit seiner Bewerbung erfolgreich. Seine Frau fängt im Februar an der Friedloser Grundschule an.

In Bad Hersfeld gibt es für Jaeger nun noch einiges zu entdecken, wenngleich er die Stadt zumindest schon von einem Kurzbesuch bei den Festspielen kannte und sie in positiver Erinnerung hatte. „Wir haben uns damals „West Side Story“ angeschaut, obwohl ich Musicals eigentlich nicht mag“, so der 37-Jährige, dem auffiel, dass „hier abends auch nach sieben Uhr noch was los ist“. Von den vielen Möglichkeiten, die die Kleinstadt bietet, ist der Pfarrer begeistert.

„Jeder Tag ist anders“

An seinem Job mag er vor allem die Vielfalt, das Abwechslungsreiche rund um Taufen, Hochzeiten, Beerdigungen, Konfirmandenunterricht, Vorstandsarbeit und natürlich Gottesdienste. „Jeder Tag ist anders“, freut sich der studierte Theologe.

Seinen Weg zu Gott habe in der Jugend ein engagierter Heimatpfarrer geebnet. „Der hat eine tolle Jugendarbeit gemacht.“ Um seinen Wunschberuf ergreifen zu können, habe er in der Schule extra Latein gewählt. Während des Studiums verschlug es Jaeger unter anderem nach Utrecht, „dort haben die Studenten Anzug getragen“, erzählt Jaeger schmunzelnd. Sehr eindrücklich sei auch ein Aufenthalt in Südafrika gewesen.

Der Glaube gebe den Menschen Kraft, meint Jaeger, der dies gerne mit folgendem Spruch verdeutlicht: „Du kannst nicht tiefer fallen als in Gottes Hand.“ Fallen gehöre zum Leben, da sei es tröstlich zu wissen, dass jemand einen auffängt. Gott ist für Jaeger jemand, der mitfühlt, ein Gesprächspartner, mit dem man sich freuen, mit dem man aber auch schimpfen könne.

Die imposante Stadtkirche gefällt Jaeger. „Kirchen dürfen als solche erkennbar sein“, findet der Pfarrer, der zwar einen sehr lockeren Eindruck macht, aber auch streng sein will. Mit dem Motto „alles kann, nichts muss“ könne er nichts anfangen. Zweifler sind ihm dennoch willkommen.

Der Ökumene ist Jaeger „mit Grenzen“ wohlgesonnen, auf die prachtvollen Gewänder der katholischen Kollegen ist der gebürtige Westfale fast ein wenig neidisch.

Offiziell in sein Amt eingeführt wird „der Neue“ am Sonntag, 19. Januar. Um 10 Uhr wird Jaeger den Abendmahlgottesdienst halten. Wer sich vorab ein Bild machen möchte, kann es ja mal über Twitter oder Facebook versuchen ...

Von Nadine Maaz

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