Montagsinterview: Club-Manager Andrew McQueen über Karohosen und Berührungsängste

„Golf ist cool – wirklich“

Herzlich willkommen: Andrew McQueen möchte den Golfclub Hersfeld/Oberaula in Zukunft gern populärer machen. Foto: Herrmann

oberaula. Der Golfclub Hersfeld/Oberaula will sich in Zukunft verstärkt für die Allgemeinheit öffnen. Wir haben darüber mit dem neuen Clubmanager und Trainer Andrew McQueen (46) gesprochen.

Herr McQueen, Sie haben hier in Hausen eine wunderschöne Anlage mit Blick übers Aula- und Ibratal, um die 600 Mitglieder, und doch nimmt man den Golfclub Hersfeld/Oberaula nicht wahr. Warum ist das so?

Andrew McQueen: Das ist eigentlich eine sehr gute Frage. Vielleicht haben wir uns auf unserer Mitgliederzahl ausgeruht und waren zu bequem und zufrieden. Daran wollen wir nun etwas ändern.

Was schwebt Ihnen denn vor?

McQueen: Wir wollen uns stärker in das Bewusstsein der Leute bringen. Wir wollen Golf so darstellen, wie er ist: als attraktive Sportart, aber eben auch als Breitensport für jedermann. Wir richten in den nächsten Monaten viele Veranstaltungen und Turniere aus. Am 8. Mai zur Uwe-Bein-Charity kommen zum Beispiel sehr viele ehemalige Sportgrößen. Bei uns ist wirklich etwas los.

Golfer sind eingebildet und zumeist stinkreich. Außerdem ist Golf etwas für Senioren und kein richtiger Sport. Stimmt’s?

McQueen: (muss lachen) Ja, genau so ist es. In jedem zweiten deutschen Krimi fahren die Golfer ja dicke Karren und tragen karierte Hosen. Genau von diesem negativen Image wollen wir weg. Wir sind hier im Club ganz normale Leute und kein elitärer Kreis. Jeder kann zu uns auf die Anlage kommen, auch wenn er gar kein Interesse am Golfsport hat. Man kann auf unserer schönen Terrasse einen Kaffee trinken oder im Restaurant etwas essen. Das wissen die meisten Leute gar nicht.

Und man ist dort auch willkommen, wenn man Golf nicht für Sport hält?

McQueen: Ja klar. Aber ich sage Ihnen: Golf ist definitiv ein Sport. Es werden viele Muskelgruppen beansprucht, man braucht Konzentration, Koordination und Ausdauer. Wer 18 Loch spielt ist viereinhalb Stunden unterwegs und kann dabei ein Kilogramm Körpergewicht verlieren. Golf ist gesund.

Aber Golf kann sich nicht jeder leisten ...

McQueen: Ich würde sagen, fast jeder. Wir bieten zum Beispiel ein Schnupperjahr an, da kostet der Beitrag im Monat 50 Euro. Und die Ausrüstung muss man ja auch nicht sofort mitbringen. Unsere Samstag-Schnupperkurse sind zum Beispiel völlig unverbindlich. Die Leute sollen zu uns kommen und sagen: Ja, das probier ich mal aus. Da geht es nicht gleich um Mitgliedschaften.

50 Euro im Monat hat aber nun mal nicht jeder übrig ...

Mc Queen: Das stimmt. Aber eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio ist auch nicht viel günstiger, und viele gönnen es sich trotzdem. Oder bedenken Sie, was Ski-Urlaube kosten. Das ist ja auch ein sportliches Hobby.

Woher kommen ihre Mitglieder eigentlich?

McQueen: Unsere Mitglieder kommen aus der Umgebung von Bad Hersfeld, viele auch aus Rotenburg und der Schwalm. Wir haben zurzeit um die 600. Knapp die Hälfte davon sind aktive Golfer.

Und es gibt tatsächlich auch junge Mitglieder?

McQueen: Ja klar. Etwa 15 Prozent unserer Mitglieder sind jünger als 27 Jahre. Wir werben seit Jahren ja auch kostenlos in den Schulen, bieten Bambini-Training für Fünf- bis Zehnjährige oder auch Jugend-Turniere an. Golf ist wirklich cool – glauben Sie mir.

Von Sascha Herrmann

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