Gesangverein Kalkobes feierte Jubiläum mit Festkommers - Auszeichnung am Hessentag

Tag der goldenen Kehlen

Längst kein Männergesangverein mehr: Der Gesangverein Kalkobes ist schon seit 1987 ein gemischter Chor, wie man an den zahlreichen Damen in den vorderen Reihen unschwer erkennen kann. Fotos: Carmen Knoth

Kalkobes. Mit einem Festkommers im Bürgerhaus Heenes feierte der Gesangverein Kalkobes sein hundertjähriges Bestehen. Kurioserweise wurde 1910 der örtliche Kaninchenzuchtverein in einen Männergesangverein verwandelt. Wie es dazu kam, ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Als es dem Verein 1987 an Nachwuchs fehlte, wurden erstmals Frauen in den Chor integriert. Zurzeit gibt es sogar fast doppelt so viele Sängerinnen wie Sänger.

Geschenke und Gesang

Zur Feier des Tages waren mehrere Chöre aus der Region angereist: Neben der Chorgemeinschaft Oberes Geistal und dem Gesangverein Allmershausen waren auch der Frauenchor sowie der Männergesangverein Asbach zu Gast. Neben kleinen Geschenken hatten die Vereine natürlich auch einige Liedvorträge im Gepäck. Auch der Jubiläumsverein selbst ließ es sich nicht nehmen, einige Titel zum Besten zu geben. Angeleitet wurde er dabei von Irina Winter, die 2005 den langjährigen und verdienten Chorleiter Jörg Hofmann ablöste.

Zum Jubiläum gab es für den Verein neben zahlreichen Glückwünschen auch einige Ehrungen. So vergaben Hans-Hermann Spitzer, der Präsident des Mitteldeutschen Sängerbundes (MSB) und sein Vertreter Helmut Großenbach das goldene Sonderehrenzeichen an Achim Arnold, der bereits seit 1981 den Posten des Vorsitzenden bekleidet. Es handele sich bei dem Abzeichen um die zweithöchste Ehrung, die der MSB zu vergeben hat, betonte Spitzer. Auch Landrat Dr. Schmidt kam nicht mit leeren Händen: er händigte die silberne Ehrenplakette des Ministerpräsidenten aus.

Besonders freuten sich die Sängerinnen und Sänger aber über die Auszeichnung ihres Vereins mit der „Zelter-Plakette“ für verdiente Chöre, die am Hessentag in Stadtallendorf verliehen wurde.

Bürgermeister Boehmer, der Schirmherr der Veranstaltung, betonte in seinem Grußwort, wie Gesangvereine die Menschen „von der Taufe über die Hochzeit bis ans Grab“ begleiten und somit vom Anfang bis zum Ende am menschlichen Leben teilnähmen.

Fehlender Nachwuchs

Trotz aller guten Stimmung anlässlich der Feierlichkeiten blickte der Vorsitzende Arnold bei seinem Schlusswort in eine ungewisse Zukunft: Die Substanz sei zwar derzeit noch zufriedenstellend, jedoch sei eine Überalterung der Vereinsmitglieder nicht zu leugnen. Diesem Problem wolle man gemeinsam entgegentreten, damit nicht zum Erliegen komme, was in 100 Jahren aufgebaut und erreicht worden sei.

Von Carmen Knoth

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