Wochenendporträt: Glückskind des Theaters

Roland Renner spielt Stan Laurel im Schloss Eichhof

Schätzt das „Ich-Versäume-Nichts-Gefühl“ in Bad Hersfeld: Schauspieler Roland Renner beim Interview im Café hinter dem Trinkpavillon im Kurpark. Foto: Eisenberg

Bad Hersfeld. Er bezeichnet sich selbst als „Glückskind des Theaters“, ist in seiner 44-jährigen Bühnenlaufbahn viel herumgekommen und gibt sich doch bescheiden: Schauspieler Roland Renner schlüpft bei den Bad Hersfelder Festspielen im Schloss Eichhof im Zweimannstück „Laurel & Hardy“ in die Rolle des Stan Laurel – der dünneren Hälfte des Komiker-Duos Dick und Doof.

Bad Hersfeld. Er bezeichnet sich selbst als „Glückskind des Theaters“, ist in seiner 44-jährigen Bühnenlaufbahn viel herumgekommen und gibt sich doch bescheiden: Schauspieler Roland Renner schlüpft bei den Bad Hersfelder Festspielen im Schloss Eichhof im Zweimannstück „Laurel & Hardy“ in die Rolle des Stan Laurel – der dünneren Hälfte des Komiker-Duos Dick und Doof.

Auf der Bühne: Roland Renner spielt im Schloss Eichhof den Komiker Stan Laurel. Foto: Landsiedel

Die Inszenierung sei ausdrücklich kein Sketcheabend, betont der in München geborene Schauspieler. Dass er gemeinsam mit Ulrich Bähnk die Lebensgeschichte der Komiker teilweise mit den Mitteln des Sketches erzählen könne, gefalle ihm.

Renner selbst ist eher über Umwege zum Schauspiel gekommen: Seine Großeltern betrieben ein Wander-Marionettentheater, der Enkel lernte den Beruf des Puppenmachers. „Mich hat vor allem das Handwerkliche fasziniert, der Umgang mit den unterschiedlichen Materialien“, erklärt er.

Mit Frack und Glitzerzylinder

Dem Ruf der Bühne sei er mit völlig falschen Vorstellungen gefolgt: „Ich habe gedacht, ich stehe mit Frack und Glitzer-Zylinder auf der Bühne. Der blanke Kitsch“, berichtet Renner lachend. An der Otto-Falckenberg-Schule wurde der Münchner von 1975 bis 1978 zum Schauspieler ausgebildet. Dass er dort herausfinden werde, „ob der Beruf etwas für mich ist“, habe sich bewahrheitet: Renner debütierte 1977 an den Münchner Kammerspielen, vieles in seiner Karriere habe sich seither glücklich gefügt. „Wir wollten Schauspieler werden, heute geht es darum, berühmt zu werden“, merkt er nachdenklich an. Wichtiger als der Ruhm sei ihm die Anerkennung bestimmter Regisseure oder Kollegen.

Lieber auf der Bühne

Renner lebt mittlerweile in Berlin, ist beruflich aber viel unterwegs. Entscheidend sei deshalb eine Unterkunft, in der er sich wohlfühle. Ein solches Quartier hat der 65-Jährige im Kurviertel gefunden. In der Kleinstadt genießt er das „Ich-Versäume-Nichts-Gefühl“ und die besondere Atmosphäre des Wochenmarktes, auf dem er „haufenweise Blumen“ kauft.

„Fernsehen hat mich nie sonderlich interessiert“, erklärt Roland Renner“, während er sich im Café im Kurpark eine heiße Schokolade und einen Espresso gönnt. Rollen in der Dimension des Theaters finde man in den Drehbüchern selten. Dass er dennoch unter anderem für den Tatort vor der Kamera stand, habe sich aus der Zusammenarbeit mit den Regisseure am Theater ergeben. Für Intendant Dieter Wedel stand Renner schon als König Gunther bei den Wormser Niebelungenfestspielen auf der Bühne. Auch in der der Stiftsruine zu spielen, könnte er sich durchaus vorstellen.

Das ursprünglich für die Hamburger Kammerspiele konzipierte Stück Laurel & Hardy auf die Freilichtbühne zu verlegen, habe sich allerdings als weniger gute Idee erwiesen. „Wenn man man aus einem nassen Hemd in das nächste vom Kleiderständer schlüpft, ist das nicht besonders angenehm“, verdeutlicht er lachend.

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