K+S Werksleiter Peter Euler fährt beruflich meist nach unten – diesmal ging’s hoch hinaus

Glück auf - und ab auf Lolls

Ungewohnter Ausblick: K+S-Werksleiter Peter Euler genießt den weiten Blick über Lolls und Land. Fast könnte man meinen, auch die Weißen Berge am Horizont erahnen zu können. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Normalerweise trennen rund 1000 Meter Gestein die K+S-Mitarbeiter vom Himmel. In einer Gondel des 55 Meter hohen Bellevue-Riesenrads konnte Werksleiter Peter Euler zur Abwechslung mal ganz weit gucken. Mit Kai A. Struthoff sprach er über den Bergbau, das Salz und die Umwelt.

Glück auf Herr Euler. Der Tag der Rettung der chilenischen Bergleute ist für Sie wahrscheinlich schöner als jeder Rummel?

Peter Euler: Als Mitarbeiter eines Bergbauunternehmens haben meine Kollegen und ich natürlich eine besondere Nähe zu den Kumpeln in Chile. Auch wenn wir nicht im Einzelnen nachvollziehen können, wie sich die Männer nach wochenlanger Abgeschiedenheit in dem verschütteten Bergwerk fühlen - wir sind glücklich, dass jetzt die Rettung aus der Tiefe gelungen ist. Das ist die beste Nachricht des Tages!

Wie ist es für Sie hier im Riesenrad zur Abwechslung mal gen Himmel zu fahren?

Euler: Das ist ganz eindeutig die falsche Richtung (lacht). Der Blick auf das Riesenrad erinnert mich aber an unsere Fördergerüste, die in den Dimensionen ähnlich sind. In Hattorf ist das Fördergerüst 56 Meter hoch und das Gewicht von 400 Tonnen ist auch ähnlich. Deshalb fühle ich mich hier ganz heimisch und vertraue der Technik.

Wie ist das eigentlich für Bergleute die immer im Dunkeln arbeiten. Schlägt das nicht aufs Gemüt?

Euler: Das glaube ich nicht. Für die Kollegen unter Tage ist dieser Arbeitsplatz trotz aller Besonderheiten ganz normal. Aber ich bin überzeugt, dass auch meine Kollegen diese Fahrt bei diesem schönen Sonnenschein genießen würden.

Etwas hat K+S mit dem Riesenrad gemein. Ihre DAX-Kurve geht wieder nach oben. Profitiert das Werk Werra auch davon?

Euler: Glücklicherweise haben wir nach dem harten letzten Jahr wieder die Kurve gekriegt. Die Kali-Nachfrage steigt, auch für das kommende Jahr sieht es gut aus. Wir sind ohne Entlassungen durch die Krise gekommen und die gute Auslastung jetzt sichert Arbeitsplätze und ermöglicht aktuell sogar Neueinstellungen. Das ist wichtig für die Menschen in Werratal, wo wir der größte Arbeitgeber sind.

Manchmal muss Ihnen Ihre Arbeit wie eine Geisterbahnfahrt vorkommen, bei der Sie die Buhmänner sind. Die Umweltschützer stellen K+S immer wieder an den Pranger. Belastet Sie das?

Euler: Nein, mit Kritik muss man umgehen. Wir sind immer bereit, mit jedem Kritiker den Dialog zu führen. Wichtig ist aber, dass dies sachbezogen und fair stattfindet. Es geht schließlich um eine gemeinsame Zukunft. Wir können unsere Arbeit nur dann erfolgreich fortsetzen, wenn wir eine möglichst breite Akzeptanz in der Öffentlichkeit genießen.

Einige Werra-Anrainer haben angekündigt, Ihr Streusalz nicht mehr bei K+S zu beziehen. Ist das eine Retourktusche?

Euler: Selbstverständlich bedauern wir jeden Kunden, der sich einen neuen Lieferanten sucht. Aber derartige Vorgänge gehören im Geschäftsleben zur Normalität.

Auch in Bad Hersfeld ist man im Moment nicht ganz so gut auf K+S zu sprechen. Im Ortsteil Sorga etwa klagen die Bewohner darüber, dass Ihre Laugen-Lastwagen durch den Ort statt über die Autobahn fahren. Warum unterbinden Sie das nicht?

Euler: Das Thema ist über die Hersfelder Zeitung an uns herangetragen worden und wir sind dankbar für solche Hinweise. Deshalb konnten wir unmittelbar tätig werden und haben nach Gesprächen mit den Spediteuren dafür gesorgt, dass die Salzwassertransporte ab sofort über die Autobahn 4 fahren. Das Beste wäre aber, wir bekommen endlich die Salzwasserleitung und brauchen überhaupt keine Straßentransporte mehr.

Zurück zu Lolls: Auf dem Rummelplatz – essen Sie da lieber salzig oder süß?

Euler: Zuerst salzig, dann süß, ganz ohne Salz geht es bei mir nicht.

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