„Hunger, Pipi, kalt – so sind wir Mädchen halt“: Benefizkonzert für das Frauenhaus mit Beke Habener im Buchcafé

Das Glück liegt auf der Hand

„Hunger, Pipi, kalt – so sind wir Mädchen halt: Unter diesem Titel gestaltete Beke Habener ein ermutigendes Konzert über weibliche Befindlichkeiten und Wege aus dem Hamsterrad. Das Benefizkonzert fand zu Gunsten des Frauenhauses im Buchcafé statt. Fotos: Zacharias

Bad Hersfeld. Schokolade geht immer, meint Beke Habener. Sie macht irgendwie glücklich. Und dann singt sie von der „zartesten Versuchung“ und meint nicht etwa jenen köstlich-süßen Schmelz, sondern die Versuchung auszuweichen, zu kneifen oder sich zu betäuben, bis man nichts mehr spürt. Davon wird man nicht glücklich und da hilft dann auch Schokolade nicht mehr, weiß Beke Habener, die in ihren selbst geschriebenen Liedern mit großem Einfühlungsvermögen über die weiblichen Befindlichkeiten sinniert.

Ein wohliges Sattgefühl, Wärme und Geborgenheit findet die Sängerin in ihrem Glauben an Gott. Doch diese Überzeugung drängt sie ihrem Publikum nicht auf, und sie hat es auch nicht nötig, ihre Religion wie ein Schild vor sich herzutragen. Vielmehr lädt sie dazu ein, sich zu öffnen für die Schönheiten des Lebens, für Licht und Luft und den Blumenstrauß, der den Raum mit Blütenduft erfüllt.

Beke Habener macht Lust darauf, das längst vergessene Kind in sich selbst zu entdecken, offen und direkt zu sein, neugierig Dinge auszuprobieren und auch etwas zu wagen. Eine Reise auf dem Gefühlskarussell zum Beispiel, die nur gelingt, wenn alle mitmachen.

Beke Habener weiß, wie Frauen sich fühlen, wenn sie im Hamsterrad von Pflichten und Hilfsbereitschaft stecken und sich verzetteln. „Ich gehe gerne ein Stück des Wegs mit Dir, dann geh ich heim, Du schaffst das auch allein“, ist ihr Rezept, Menschen in Not zu helfen, sich aber selbst nicht vereinnahmen zu lassen.

Sie ermutigt ihr überwiegend weibliches Publikum, das zu einem Benefizkonzert für das Frauenhaus ins Bad Hersfelder Buchcafé gekommen ist, dazu, zu sich selbst zu stehen, sich nicht zu verstecken und zu entdecken, dass das Glück auf der Hand liegt. Man muss es nur sehen.

Diese Ermutigung können sowohl die Mitarbeiterinnen des Vereins „Frauen helfen Frauen“ als auch das Team des Buchcafés brauchen. Sie befinden sich in finanziell schwieriger Lage, müssen um die Existenz ihrer Einrichtungen bangen. Elisabeth Rehs dankte deshalb Beke Habener und ihren Freunden Petra Wiehe am Bass und Michael Blüm (Gitarre) für die Unterstützung und ein gelungenes, sehr persönliches, humorvolles und vor allem Mut machendes Konzert.

Von Christine Zacharias

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