Chorverein Bad Hersfeld eröffnet die Festspielsaison mit Konzert – Weigend rezitiert

Die Glocke zum Auftakt

Startschuss: Der Bad Hersfelder Chorverein, mit Dirigent Helgo Hahn, eröffnet die Festspielsaison in der Stadthalle. Fotos: nh

Bad Hersfeld. Das „Lied von der Glocke“, ein zentrales Werk von Friedrich Schiller, verspricht am Sonntag, 27. April, ab 19.30 Uhr in der Bad Hersfelder Stadthalle ein außergewöhnliches Konzertereignis zur Eröffnung der Festspielsaison zu werden. Der Chorverein Bad Hersfeld und vier Solisten, begleitet von den Frankfurter Sinfonikern gestalten unter der Gesamtleitung von Helgo Hahn dieses Konzert.

Geflügelte Worte wie „Gefährlich ist’s den Leu zu wecken…“, „Drum prüfe wer sich ewig bindet…“, „Wo rohe Kräfte sinnlos walten…“ oder „der Wahn ist kurz, die Reu ist lang“ stammen alle aus der „Glocke“ und werden von dem Schauspieler Julian Weigend, auf der Bad Hersfelder Bühne und aus vielen Fernsehsendungen bestens bekannt, in unnachahmlicher Weise rezitiert werden.

Im Anschluss erklingt die Ballade in der Vertonung des Komponisten Andreas Romberg, der in der Bonner Hofkapelle um 1790 ausgebildet wurde, dort Beethoven kennenlernte und auf seinen Konzertreisen auch Joseph Haydn in Wien besuchte. Romberg prägte zwischen 1800 und 1815 das Hamburger Musikleben als freischaffender Musiker entscheidend. Später war er bis zu seinem Tod 1821 Hofkapellmeister in Gotha. Sein Stil ist dem von Haydn verpflichtet und so hört man auch in der „Glocke“ deutliche Anklänge an die „Schöpfung“ oder die „Jahreszeiten“ des Wiener Klassikers.

Liebe, Hochzeit, Familie

Dabei folgt er der Dramaturgie der Ballade Schillers, der zwischen den „Arbeitsstrophen“, die den Glockenguss beschreiben, immer wieder betrachtende Strophen einfügt, die den Lebensweg des Menschen von der Taufe, dem Heranwachsen, der erste Liebe, Hochzeit, Familienleben und Tod illustrieren. Solisten und Chor übernehmen diese Darstellung.

Eine Besonderheit stellt der „Meister“ dar, gesungen von einem Solo-Bass mit deutlichen Anklängen an Sarastro aus Mozarts „Zauberflöte“. Er beschreibt mit einem immer wieder variierten Leitmotiv den Herstellungsprozess der Glocke. Diesen Part übernimmt Rolf Scheider aus Düsseldorf, der schon häufig und mit großer, sonorer Stimme bei Konzerten des Chorvereins gesungen hat. Ihm zur Seite stehen die junge Sopranistin Susanne Pemmerl und der Tenor Steffen Schantz, der zuletzt in der Neujahrs-Operetten-Gala zu hören war. Das Solistenqartett komplettiert Kaja Plessing aus München, ebenfalls bestens bewährt und öfter in Bad Hersfeld zu hören.

Vor dem Hauptwerk des Konzerts erklingt das Klarinettenkonzert in A von Wolfgang Amadeus Mozart, eine seiner letzten abgeschlossenen Kompositionen. Die drei Sätze des etwa halbstündigen Werkes stehen modellhaft für alle Konzerte für dieses klangvolle und farbenreiche Instrument. Solist ist der junge Hersfelder Musiker Christian Winter, der zurzeit Klarinette an der Musikakademie Kassel studiert.

Karten zu 15 Euro gibt es in der Festspiel-Kartenzentrale, Telefon 06621/201360, und bei P. K. Wolff Damenmoden, Badestube 6a. Tickets können auch unter www.chorverein-bad-hersfeld.de online gebucht werden. (red/rey)

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