SPD-Unterbezirk eröffnet Ausstellung zu 150 Jahren Sozialdemokratie in der Bad Hersfelder Geschäftsstelle

Der Weg zur Gleichberechtigung

Engagierte Sozialdemokratin: Susanne Selbert während ihres Vortrags zur Ausstellungseröffnung. Foto: nh

Hersfeld-Rotenburg. Mehr als 50 Gäste, darunter Politiker der SPD, vom Bündnis 90/Die Grünen sowie der Linken waren jüngst der Einladung Torsten Warneckes zur Eröffnung einer Wanderausstellung zur 150-jährigen Geschichte der Sozialdemokratie gefolgt. Der SPD-Unterbezirksvorsitzende begrüßte darüber hinaus die Vize-Landrätin Susanne Selbert aus dem Landkreis Kassel in der Bad Hersfelder SPD-Geschäftsstelle.

Dabei verwies der SPD-Landtagsabgeordnete Warnecke auf die Rolle der Sozialdemokratie, die sich seit eineinhalb Jahrhunderten für Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität einsetze. Die Grundwerte der Partei und das Erbe Willy Brandts spiegelten sich auch im Leben der Großmutter Susanne Selberts, Elisabeth Selbert, wider. Diese werde nicht ohne Grund als eine der Mütter des Grundgesetzes gewürdigt.

Daran knüpfte Susanne Selbert, die in ihrer Kindheit einige Jahre in Bad Hersfeld verbracht hatte, in ihrem Vortrag an.

Schließlich habe es doch bei den Beratungen um die Fassung des Grundgesetzes sehr unterschiedliche Vorstellungen gegeben. Elisabeth Selbert habe es für die Sozialdemokratie mit dem klaren Satz „Männer und Frauen sind gleichberechtigt“ auf den Punkt gebracht. Zunächst habe es keine Mehrheiten für den Selbertschen Vorschlag gegeben. Erst am 18. Januar 1949, nach vielen internen Gesprächen und öffentlichem Werben, habe der Hauptausschuss das heutzutage Selbstverständliche angenommen. Damit fing, nach Susanne Selberts Ausführungen, der lange Weg zur Gleichberechtigung jedoch erst an.

Hatte doch, trotz eindeutigen Grundgesetzartikels, der Mann das „Letztentscheidungsrecht in allen Eheangelegenheiten. Er verfügte über das Vermögen, auch das seiner Frau.“

Erst 1958 sei dies mit dem „Gesetz über die Gleichberechtigung von Mann und Frau“ außer Kraft gesetzt worden.

Es gibt noch viel zu tun

Mit den Worten Willy Brandts, „Die Gleichberechtigung der Frau kommt voran, wie eine Schnecke auf Glatteis“, verwies Selbert auf die trotz vieler Erfolge im gesetzlichen Bereich noch ausstehende volle Gleichberechtigung.

Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten der SPD-Geschäftsstelle wochentags bis Dienstag, 20. August, von 9.30 Uhr bis 13 Uhr sowie von 14 Uhr bis 15.30 Uhr geöffnet. (red/esp)

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