Interview mit Hans Peter Korff, der die Hauptrolle in „Der Name der Rose“ spielt

Gleich ein gutes Gefühl

Er wird in diesem Sommer bei den Bad Hersfelder Festspielen die rätselhaften Morde im Kloster aufklären: Hans Peter Korff (hier im Gespräch mit Redakteur Karl Schönholtz) spielt in „Der Name der Rose“ die Rolle des William von Baskerville. Foto: Ludger Konopka

Bad Hersfeld. Der Schauspieler Hans Peter Korff, dem breiten Publikum bekannt aus Fernseh-Serien wie „Diese Drombuschs“ und „Neues aus Uhlenbusch“, wird bei den Bad Hersfelder Festspielen 2011 die Hauptrolle des William von Baskerville im Kloster-Krimi „Der Name der Rose“ spielen. Wir sprachen mit dem Hamburger, der schon auf vielen großen Bühnen des Landes zu sehen war.

Herr Korff, Bad Hersfeld und die Festspiele. Was hat Ihnen das gesagt, bevor Holk Freytag auf Sie zugekommen ist?

Hans Peter Korff: Ich habe mir nicht so ein klares Bild gemacht. Aber ich hatte schon einmal Kontakt mit Bad Hersfeld, als der Lechtenbrink hier die Intendanz gemacht hat. Das war damals der „Danton“. Aber das war so eine abgespeckte Fassung, das hat mich nicht so überzeugt. Sonst wäre ich schon mal früher hier gewesen. Ansonsten denke ich, dass die Festspiele ein sehr gut gemachtes und mit einem hohen Anspruch versehenes Sommerfestival sind. Ich glaube, dass das meiste davon auch eingelöst wird.

Die Mauern der Stiftsruine gelten als idealer Schauplatz für das Stück. Was sagen Sie dazu?

Korff: Ich denke auch, dass es der ideale Ort ist. Aber mal gucken, ich muss erst noch ein Gefühl dafür kriegen. Dennoch glaube ich, dass man an dieser Spielstätte gerade mit diesem Stück enorm viel anstellen kann.

Umberto Ecos Roman ist ein dicker, komplizierter Wälzer. Ist es nicht problematisch, solch eine Vorlage für die Bühne einzudampfen?

Korff: Ich denke mal, die verschiedenen Haltungen, Standpunkte und Überzeugungen werden in dem Stück ziemlich deutlich. Das wird der Freytag auch herausarbeiten. Das sind ja ziemlich verwirrende Zustände da, auch in der Bühnenfassung. Da muss man durchschaubar machen, wo die einzelnen Interessen liegen. Ohne dass man zu früh etwas verrät. Das sind sehr spezielle Charaktere, die da auftreten.

Beim Stichwort „Der Name der Rose“ hat jeder den Film vor Augen. Wie wird sich Hans Peter Korff von Sean Connery unterscheiden?

Korff: (lacht) Das sollte man nicht ins Verhältnis setzen. Dann würde man ja gleich sagen, das kriegen wir nicht unter einen Hut.

Haben Sie schon mal unter freiem Himmel Theater gespielt?

Korff: In dieser Größenordnung nicht. Aber bevor ich auf die Schauspielschule ging, in Hamburg-Blankenese, da gab es so ein kleines Freilichttheater, vielleicht für 150 Leute und im Hintergrund die Elbe. Das war auch sehr schön, aber überhaupt nicht zu vergleichen.

Intendant Holk Freytag hat aus dem Nähkästchen geplaudert, als er gesagt hat, die Verhandlungen mit Ihnen hätten keine zehn Minuten gedauert. Was hat Sie so gereizt?

Korff: Ich hatte gleich ein gutes Gefühl. William von Baskerville ist eine schöne, sehr interessante Figur. Das ganze Stück ist gut aufgebaut. Und es sind recht komplexe Themen, die da – auch abgesehen von der Kriminalhandlung – abgehandelt werden.

Von Karl Schönholtz

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