Bad Hersfelder SPD will Investitionszuschuss des Bundes nicht verfallen lassen

Glashaus für die Festspiele

Viel Glas für tiefe Einblicke: So könnte das Theaterhaus für die Bad Hersfelder Festspiele im Stiftsbezirk aussehen. Noch steht an dieser Stelle das Alte Zollhaus, ein Zweckbau aus den 50er-Jahren. Die Skizze zeigt links das Falkenheim, rechts einen Turm der Stadtmauer.

Bad Hersfeld. Einen einmaligen Investitionszuschuss von 50 Prozent der Kosten hatte Staatsminister Michael Roth den Bad Hersfelder Festspielen für 2017 in Aussicht gestellt – vorausgesetzt, die Kreisstadt würde ein entsprechendes Projekt auf den Weg bringen. Das ist bis jetzt nicht geschehen.

Stadtverband und Stadtverordnetenfraktion der SPD gehen deshalb mit dem Vorschlag eines „Theaterhauses“ an die Öffentlichkeit, das anstelle des alten Zollhauses im Stiftsbezirk gebaut werden könnte.

Diese Idee hatten die Sozialdemokraten zwar nicht als Erste, doch sie warten als Erste mit konkreten Vorstellungen über Gestaltung und Funktion auf. Auch macht Dr. Thomas Handke, Vorsitzender des Ausschusses für Kultur und Bildung, deutlich, dass die Zeit drängt. „Wenn wir den Zuschuss nicht bald beantragten, ist es für den Bundeshaushalt 2017 zu spät.“ Auch als Projekt der Hessentags-Bewerbung tauge das Theaterhaus nicht, weil diese erst für 2019 relevant ist.

Das neue Gebäude würde als Funktionsbau mit großen Glasflächen entstehen. Herzstück könnte ein mittig und quer zum Vorplatz liegender Probenraum sein, der von außen einsehbar ist. Die Intendanz würde hier vier bis fünf Büros beziehen. Außerdem soll die öffentliche Toilettenanlage für Festspielbesucher integriert werden – die Miete für die derzeit benutzten Container würde künftig entfallen. Entfallen soll dann auch die Doppelnutzung des Dachgeschosses der Galerie im Stift durch Museum und Festspiele. Maske, Schneiderei und Umkleiden hätten im Fruchtmagazin nach dem Auszug der Intendanz mehr Platz, so die Überlegungen der SPD.

Handlungsbedarf

Eine belastbare Kostenschätzung gibt es für das Theaterhaus noch nicht, doch dürfte die Investition in einer Größenordnung von einer bis zwei Millionen Euro liegen. Dass in der Stadt gespart werden muss, lässt Handke als Argument nicht gelten: „Kommunalkredite sind derzeit sehr billig zu haben.“ Außerdem bestehe in diesem Bereich Handlungsbedarf, sowohl, was die Arbeitsbedingungen der Festspiele angehe („Im Backstage-Bereich ist Vieles provisorisch“) als auch beim sanierungsbedürftigen Zollhaus.

Von Karl Schönholtz

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