250 Dinge, die wir an der Region mögen (193): Der Wanderweg Ars Natura

Gigantisches Projekt

Kunst am Wegesrand: „Königssohn“ heißt dieses Werk von Matthias Heß am Wanderweg zwischen Rotenburg und Metzebacher Höhe. Dr. Karin Adam (rechts), die den Wanderweg initiierte, erklärt es einer Wandergruppe. Foto: Meyer

Alheim. Sechs solide Stühle aus Holz, fest verankert im Boden, stehen in drei Reihen auf einer Wiese, als gehörten sie zu einem kleinen Kino oder Theater. Die Bühne, auf die der Blick von hier aus fällt, ist das weite Gudetal mit den roten Dächern Obergudes und dem Alheimer, der aus dem Stölzinger Gebirge ragt. „Cinema Natura“ heißt das Kunstwerk am Wegesrand eines außergewöhnlichen Kunstpfades: des Ars Natura.

240 Kilometer Wanderweg

Rund 240 Kilometer Wanderweg, etwa 300 Kunstwerke – der Pfad Ars Natura hat sich zu einem gigantischen Projekt entwickelt. Die ersten 15 Kunstwerke entstanden 2001 am Heiligenberg zwischen Felsberg und Melsungen. Kunstlehrerin Dr. Karin Adam und Künstler Sandrino Sandinista Sander aus Spangenberg hatten die Initiative ergriffen und Künstler dazu aufgerufen, Werke zu schaffen, die sich in die Natur einbetten. Eine riesenhafte Spinne mit hölzernen Beinen krabbelte da etwa über den Waldboden.

Städte und Gemeinden zeigten sich interessiert, es entstanden weitere von Kunstwerken gezierte Teilstücke entlang der Fernwanderwege X 3 und X 8. Im Jahr 2005 gründete sich die Ars-Natura-Stiftung.

Das „Cinema Natura“ gehört zu dem Teilstück des X 3, das von der Metzebacher Höhe über den Alheimer nach Rotenburg führt. Die sechs Stühle sind ein gutes Beispiel dafür, wie das Kunstwerk mit der sie umgebenden Landschaft in Wechselwirkung tritt. „Weitblick“ ist das Motto dieses Weges, an dem, im Abstand von jeweils etwa einem Kilometer, Holzskulpturen und Kunstwerke aus Stein oder Metall warten.

Museum geplant

Im Jahr 2010 überschritt der Kunstpfad am Hedrastein erstmals eine Landesgrenze, und zwar die zu Thüringen. In den kommenden Jahren sollen entlang dann insgesamt 700 Kilometern Weg nicht nur Hunderte weiterer Werke entstehen – auch unter Beteiligung internationaler Künstler – und Kunstinteressierte aus der ganzen Welt angelockt werden. In Spangenberg, wo sich X 3 und X 8 kreuzen, ist auch ein Kunstmuseum geplant.

Von Achim Meyer

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