Obersberg-Schüler lernen, wie sie vor unerwünschten Zugriffen sicher sind

So gibt es Schutz im Netz

IT-Sicherheitsexperte Erwin Markowsky (links) demonstriert dem Schüler Adrian, dass Passwörter ganz leicht herauszufinden sind. Foto: Ladwig

Bad Hersfeld. Jana, 17 Jahre, lernt via Internet den 18-jährigen Steffen kennen. Nach vielen Unterhaltungen durch Nachrichten über ein soziales Netzwerk fragt er Jana schließlich, ob sie sich nicht in einer Bar in ihrer Stadt treffen wollen. Als sie abends alleine und voller Euphorie die Bar betritt, trifft sie nach langer Sucherei aber nicht auf Steffen, sondern auf einen 40-jährigen Mann, der der Benutzer des Steffen-Profils war. Jana wird sauer und sagt ihm, dass sie nichts mit ihm zu tun haben möchte. Der Mann versucht Jana davon zu überzeugen, nochmal einen Neuanfang zu starten, aber sie verlässt wutentbrannt die Bar. Was sie nicht weiß: Der Mann folgt ihr bis zur Straßenbahnhaltestelle, an der sie warten muss. Sie wird vergewaltigt.

Immer Gehirn einschalten

Dies ist nur eines der vielen Beispiele, die IT-Sicherheitsexperte Erwin Markowsky von der Firma 8com bei seinem Vortrag „Fun and Risk im Netz“ den Schülern der Obersbergschulen Bad Hersfeld nannte. „Man kann gerne Leute im Internet kennenlernen, aber man sollte dabei immer das Gehirn einschalten“, betonte Markowsky. Er weist die Jugendlichen daraufhin, dass man zu solchen Treffen auch auf keinen Fall alleine gehen sollte.

Ziel des Vortrags, der von der Sparkasse finanziert wurde, war es, die Schüler auf die diversen Gefahren im Internet aufmerksam zu machen und zu schützen. Markowsky demonstrierte den Schülern unter anderem auch, wie leicht man an die gespeichterten Daten in den Handys herankommen kann, dabei nicht nur Nachrichten und Kontakte abrufen, sondern auch Nachrichten über die Nummer des Benutzers an gespeicherte Kontakte senden kann. Durch die Aktivierung von Bluetooth ist es auch möglich, andere abzuhören oder durch die Kamera zu beobachten, ohne dass sie es bemerken. Außerdem hat er gezeigt, wie leicht man das Passwort eines anderen Computers herausfinden kann. Es gibt viele Möglichkeiten sich vor solchen Gefahren zu schützen: Die Privatsphäre-Einstellungen bei der Benutzung sozialer Netzwerke regelmäßig kontrollieren, persönliche Daten im Internet nicht bekannt geben (statt Namen einen Nickname verwenden) und die Firewall immer eingeschaltet lassen. Passwörter sollten niemals herausgeben werden – „auch nicht an die besten Freunde“ – und bestenfalls die Webcam mit Klebeband abkleben. Beim Handy sollte darauf geachtet werden, dass das Bluetooth entweder abgeschaltet, nicht sichtbar oder per Sicherheitsabfrage geschützt ist.

Nach vielen witzigen, aber auch schockierenden Momenten für die Schüler kann man auf eine Änderung mancher leichtsinniger Einstellungen bezüglich des Internets nur hoffen. (nix/sla)

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