Feuerwehrmänner aus Bad Hersfeld bei Fortbildung zu Unfällen mit Schienenfahrzeugen

Gewusst wie bei der Bahn

Die Feuerwehr Bad Hersfeld nahm an einem Bahn-Lehrgang teil, bei dem die Kameraden für den Fall eines Zugunglücks üben. Sie lernten die richtige Vorgehensweise bei Unfällen mit Schienenfahrzeugen. Foto: privat

Bad Hersfeld. 20 Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bad Hersfeld haben kürzlich den Bahn I-Lehrgang absolviert. Ziel des Lehrgangs war es, die richtigen Vorgehensweisen bei einem Unfall mit Schienenfahrzeugen zu erlernen.

Nach der Privatisierung der Deutschen Bundesbahn wurde der Lehrgang „Technische Hilfeleistung und Brandbekämpfung nach Bahnunfällen Teil 1“ ins Leben gerufen, da die Gefahrenabwehr an Bahnstrecken zur Aufgabe der kommunalen Feuerwehren wurde. Unabhängig davon, ob es sich um eine technische Hilfeleistung, einen Gefahrgutunfall oder einen Brand handelt, bringt die Beteiligung eines Schienenfahrzeuges höhere Gefahren mit sich als ein Unfall auf der Straße.

In der ersten theoretischen Einheit wurden die besonderen Gefahren auf Schienenwegen und an Schienenfahrzeugen erklärt. Im Gegensatz zu Verkehrsunfällen auf Straßen darf die Feuerwehr erst nach Sperrung auf den betroffenen Gleisabschnitten ihre Rettungsmaßnahmen beginnen.

Schritt für Schritt

Am folgenden Praxistag fuhren die Einsatzkräfte nach Schenklengsfeld auf das Gelände der ehemaligen Hersfelder Kreisbahn, das heute zu einem Eisenbahnverein gehört, der die Erhaltung des Streckenabschnitts bis nach Heimboldshausen verfolgt. Dort stand zunächst im Mittelpunkt, welche Schritte bei einem verunglückten Schienenfahrzeug auszuführen sind.

Bahnunfälle bringen meist sehr große logistische Herausforderungen mit sich, da die Mannschaft oft darauf angewiesen ist, ihr Fahrzeug viele hunderte Meter von dem Unfallobjekt entfernt abzustellen. Um diese Hürde leicht zu überwinden, übten die Einsatzkräfte mit dem dafür eigens für den Landkreis Hersfeld-Rotenburg bereitgestellten Bahnrettungssatz, welcher bei der Feuerwehr Bebra lagert und jederzeit zu einem Bahnunfall angefordert werden kann. Mit diesem lassen sich leicht die erforderlichen Geräte über längere Gleisstrecken transportieren.

Haben die Rettungskräfte die Unfallstelle erreicht, ist es ihre Aufgabe, in den Zug zu gelangen. Gerade an diesem Punkt wurde gezeigt, wie man mit den einfachsten Mitteln, die jedes Löschfahrzeug mitführt, in den Zug gelangen und eventuell verletzte Personen möglichst einfach nach draußen befördern kann.

Höhenunterschied

Ein Problem stellt hier der deutliche Höhenunterschied dar, der zwischen dem Boden und dem Einstieg des Zuges liegt, denn die wenigsten Bahnunfälle ereignen sich im Bereich eines Bahnsteiges, wo ein barrierefreier Zugang möglich wäre.

Nach Beendigung des Lehrgangs haben die Absolventen nun die Möglichkeit, Teil 2 des Lehrgangs an der Landesfeuerwehrschule in Kassel zu besuchen. Die Verwirklichung des Lehrgangs konnte nur durch die Zusammenarbeit mit dem Förderverein Werra-Fulda Bahn gelingen. Dieser feiert im September sein 100-jähriges Jubiläum. (red/sch)

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