St. Elisabeth schließt: Dr. Thon wechselt nach Rotenburg

Gewissheit für Patienten

Dr. Wolfgang Thon: Hat in Rotenburg eine Lösung gefunden, wenn seine Patienten stationär aufgenommen werden müssen. Foto: nh

Rotenburg/Bad Hersfeld. Gewissheit haben jetzt die Patienten von Dr. Wolfgang Thon. Der Arzt am St. Elisabeth Krankenhaus in Bad Hersfeld, das Ende März geschlossen wird, behandelt seine Patienten schon ab Januar parallel im Kreiskrankenhaus (KKH) in Rotenburg weiter, wenn sie stationär aufgenommen werden müssen.

Dr. Thon wird dort als Leitender Arzt für die Bereich Onkologie (Tumorerkrankungen), Hämatologie (Krankheiten des Blutes) und Palliativmedizin in die Abteilung Innere Medizin integriert. Deren Chefarzt ist Dr. Daniel Gleichmann. Aufgestockt wird dort auch das Personal. Erfahrene Kräfte aus dem Elisabethkrankenhaus würden übernommen, drei bis vier benötige man, sagte der Geschäftsführer des Kreiskrankenhauses (KKH), Reiner Schickling.

Dr. Thon erklärte, seine Patienten sollten wissen, dass sie weiterversorgt werden und dass sie nicht irgendwo in ein großes Klinikum kämen. Etwa 220 Patienten hatten sich in einer Unterschriftenaktion in seiner Praxis gegen die Schließung des Elisabethkrankenhauses gewandt.

Auch die diakonische Tradition von Palliativmedizin kommt Dr. Thon entgegen. Patienten dürften am Ende nicht fallen gelassen werden, erklärte er. Er ist ein Vorreiter der Palliativmedizin im Kreis und hat 1999 den Bad Hersfelder Hospizverein mitgegründet. Bereits vor neun Jahren hat er am Elisabethkrankenhaus eine Palliativstation eingerichtet. Am Rotenburger Kreiskrankenhaus ist ebenfalls ein Hospizverein angesiedelt. „Die Patienten sind hier optimal versorgt“, erklärte Dr. Thon.

Zu 80 Prozent behandelt der Tumorspezialist seine Patienten allerdings nicht stationär, sondern weiter in seiner Praxis in Bad Hersfeld. Er hat jährlich über 300 Patienten, davon etwa die Hälfte aus dem Raum Bad Hersfeld. Die Tumorpatienten bräuchten einen Onkologen, der sie durch schwierige Entscheidungen begleitet, erklärt Dr. Thon. Er möchte seine Patienten auch dann weiter betreuen, wenn sie stationär aufgenommen werden müssen.

Er freue sich auf die Zusammenarbeit mit den Ärzten im Ostteil des Kreises und im KKH sowie mit dem neuen Chefarzt Dr. Martin Oechsner beim Aufbau eines neuen Darmzentrums.

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