Keine Einigung im Tarifkonflikt bei Performance Fibers – Voller Lohn ab Januar?

Gewerkschaft will Klarheit

Bad Hersfeld. In den bereits mehrere Monate andauernden Tarifauseinandersetzungen beim Bad Hersfelder Faserhersteller Performance Fibers ist eine Einigung offenbar noch immer nicht in Sicht.

Um den Betrieb zu halten, sollen in dem Bad Hersfelder Standort bis zu fünf Millionen Euro eingespart werden. (unsere Zeitung berichtete). Dafür will das Unternehmen nach Angaben der Gewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) den Flächentarif verlassen und einen eigenen Haustarif erwirken. Durch Öffnungsklauseln ist es dem Faserproduzenten laut Gewerkschaft schon bisher möglich gewesen, Personal abzubauen, die Arbeitszeit für die verbliebenen 330 Beschäftigten ohne Lohnausgleich auf 39 Stunden zu erhöhen sowie den Tarif herabzusetzen. Die Geschäftsleitung habe über Jahre hinweg immer wieder Abstriche bei den Einkommen der Beschäftigten verlangt und bekommen, das Unternehmen aber dennoch nicht in ein gesundes Fahrwasser gesteuert, führt die Gewerkschaft weiter aus. Jetzt verlange der Arbeitgeber weitere Einschnitte in Millionenhöhe, ohne im Gegenzug den Erhalt der Arbeitsplätze zuzusagen. Um Zeit für die Verhandlungen zu gewinnen, sei ein auf ein Jahr begrenzter vorläufiger Haustarif angedacht gewesen, der nach Mittelung der Gewerkschaft das aktuelle abgesenkte Einkommensniveau beibehalten hätte. Das sei allerdings von zwei Dritteln der Gewerkschaftsmitglieder im Unternehmen abgelehnt worden.

Tariflohn ab Januar

Nach Ansicht der IGBCE muss Performance Fibers damit ab 1. Januar wieder der das volle Tarifeinkommen zahlen. Die steigenden Belastungen wertet IGBCE-Landesbereichsleiter als Warnschuss für den Arbeitgeber. Ohne verbindliche Zusagen werde es keine weiteren einseitigen Leistungen der Belegschaft mehr geben, so Weber. Performance-Fibers-Geschäftsführer Matthias Hess wollte sich gestern gegenüber unserer Zeitung nich äußern. Anfang November hatte er auf Überkapazitäten auf dem Fasermarkt und Preisdruck durch Konkurrenz aus China verwiesen. Einschnitte müsse es auf jeden Fall geben, Einsparungen von fünf Millionen Euro hatte Hess seinerzeit als maximale Summe bezeichnet.

Das Bad Hersfelder Faserwerk war ursprünglich Standort der Firma Hoechst mit über 2000 Beschäftigten. Heute gehört die Produktionsstätte für Polyesterfasern zu Performance Fibers mit Sitz in Luxemburg.

Von Jan-Christoph Eisenberg

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