In den Wald oder näher an den Ort: Bürgermeister stellt Erweiterungsoptionen vor

Gewerbegebiet soll wachsen

Aus der Vogelperspektive: Die Häuser des Wohngebietes von Friedewald (vorne) und das Gewerbegebiet. Neuansiedlungen wären entweder westlich des Autobahnzubringers (oben links) oder im heutigen Waldgebiet (oben rechts) möglich. Foto: nh

Friedewald. Nordöstlich auf derzeit noch bewaldetem Gebiet oder westlich des Autobahnzubringers und damit vergleichsweise nah am Wohnort – diese Möglichkeiten zur Erweiterung des Gewerbegebietes hat Friedewalds Bürgermeister Dirk Noll während einer Veranstaltung der Reihe „Informieren und diskutieren in Friedewald“ den Bewohnern der Dreienberggemeinde vorgestellt.

Derzeit seien östlich des Autobahnzubringers von insgesamt rund 51 Hektar nur noch drei Hektar öffentlicher Fläche verfügbar. Zwar laufe derzeit das Bauleitplanverfahren zur Ausweisung weiterer Flächen, allerdings handele es sich dabei lediglich um Arrondierungen. Eine wohl auch in Zukunft anhaltende Nachfrage nach Grundstücken hatte der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hersfeld-Rotenburg, Bernd Rudolph, prognostiziert. Bürgermeister Noll verwies auf Interessenbekundungen, insbesondere für eine Großtankstelle, Restaurationsbetriebe sowie Logistik. Um diese Anfragen weiter verfolgen zu können komme als Erweiterungsoption der nordöstlich des derzeitigen Gewerbegebietes liegende Waldbereich in Frage.

Als weitere Möglichkeit wurde die landwirtschaftliche Fläche westlich des Autobahnzubringers und nördlich des für den Autobahnausbau angelegten Erdzwischenlagers vorgestellt. Hier sei aufgrund des vorhandenen Kreisels eine relativ gute Erschließung möglich, allerdings würde das Gewerbegebiet damit näher an die Ortslage rücken. Dass dies von den Anwohnern nicht gewünscht sei, machten einige Anwesende deutlich. Laut Bürgermeister Noll müsse bei Variante der Immissionsschutz für den Ort oberste Priorität haben und bereits bei der Bauleitplanung berücksichtigt werden.

Dafür könnte nach Ansicht des Rathauschefs gegebenenfalls der für das Erdzwischenlager errichtete Wall genutzt und ausgebaut werden. Als dritte Variante wurde diskutiert, ob eine weitere Gewerbeentwicklung in Friedewald überhaupt notwendig ist. Immerhin wären dann keine weiteren Immissionsbelastungen zu erwarten. Allerdings würde dies auch einen Verzicht auf mögliche Arbeitsplätze und Gewerbesteuereinnahmen bedeuten, so der Bürgermeister. Zwar stünden in der Gemarkung Friedewald weitere Freiflächen zur Verfügung, die allerdings aus den verschiedensten Gründen für eine Gewerbeausweisung nicht in Frage kämen.

Verhandeln mit Eigentümer

Im nächsten Schritt sieht die Gemeinde vor, mit dem Eigentümer der Waldfläche Gespräche über einen möglichen Verkauf zu führen. Für den westlich des Autobahnzubringers gelegenen Bereich sollen mögliche Immissionsschutzmaßnahmen geprüft werden. Die Präsentation zum Thema „Entwicklung des Gewerbegebietes – wohin?“ ist auch auf der Homepage der Gemeinde unter www.gemeinde-friedewald.de einsehbar. (red/jce)

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