Polizei: "Neue Dimension der Gewalt"

Wie im Wild-West-Film: Gewaltbereite jagen Bus mit Hersfelder Fußballfans

Rostock/Bad Hersfeld. Diese Fahrt werden die Eintracht-Frankfurt-Fans aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg so schnell nicht vergessen: Schon bei der Anfahrt zu einem Auswärtsspiel wurden sie in der Nacht zum Sonntag im Kleinbus massiv von gewaltbereiten Rostockern attackiert.

Die Hersfelder Fans wollten ein Spiel des Zweitligisten Rostock besuchen. Doch die Angriffe begannen auf einem Parkplatz in Warnemünde. 15 Rostocker sollen dort die Hersfelder mit Steinen und Flaschen beworfen haben. „Was uns irritiert, ist die Tatsache dass unsere Fans nicht als Frankfurt-Fans ersichtlich waren. Sie trugen keine Trikots, Schals oder Abzeichen. Auch nicht am Auto“, meint Bernhard Beier, der Vorsitzende der „Mückenstürmer“, stellvertretend für die Hersfelder Fans, die selbst direkt keine Aussage machen wollen, um unerkannt zu bleiben.

Verletzt wurde bei dem Angriff niemand. Die Hersfelder kamen mit dem Schrecken davon.

Beier selbst war bei dieser Auswärtsfahrt nicht dabei. Als die Hersfelder von dem Parkplatz flüchteten, nahmen drei Rostocker Autos die Verfolgung auf. Dabei soll es zugegangen sein, wie in einem Wild-West-Film. Bei einem Halt an einer Ampel sollen Vermummte das Hersfelder Fahrzeug umstellt und erneut mit Flaschen beworfen haben. Dabei soll der Außenspiegel zu Bruch gegangen sein.

Bei der Weiterfahrt auf der Stadtautobahn sollen die Angreifer versucht haben, den Kleinbus auszubremsen und von der Straße abzudrängen. Die per Notruf alarmierte Polizei konnte die Täter jedoch stoppen. Sechs Personen, die aus der gewaltbereiten Rostocker Fußballszene stammen, wurden vorläufig festgenommen. Gegen sie wird wegen Landfriedensbruch und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr ermittelt.

Für die Polizei ist dieser Fall eine neue Dimension der Gewalt. Bereits vor einer Woche hatten Kölner Fans Gladbach-Anhänger in einem Bus angegriffen.

Von Hartmut Wenzel

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