Asylbewerber aus Marokko wegen versuchter Körperverletzung verurteilt

„Gewalt wird nicht geduldet“

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Bad Hersfeld. Zu einer Haftstrafe von zehn Monaten verurteilte das Schöffengerichts am Amtsgericht Bad Hersfeld einen Asylbewerber aus Marokko wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung.

Der alkoholisierte 25-Jährige hatte am 3. Dezember vergangenen Jahres nach einem vorausgegangenen Streit Sicherheitspersonal in der Erstaufnahmeeinrichtung in Rotenburg mit einen Küchenmesser, einer Prozellanscherbe und einem Feuerlöscher bedroht.

„Gewalt wird nicht geduldet“, sagte Gerichtsvorsitzender Michael Krusche in der Urteilsbegründung mit Blick auf den Angeklagten. Der hatte sich zuvor überraschend einsichtig gezeigt. Der junge Mann hatte nicht nur den Vorwurf von Staatsanwalt Harry Wilke eingeräumt, sondern sich auch bei den Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes entschuldigt und beteuert, die Gesetze respektieren zu wollen.

Auch schwor er dem Alkohol ab. Der war wohl der Auslöser für den Vorfall gewesen, der seinerzeit Schlagzeilen gemacht hatte. Nach dem Streit mit zwei Landsleuten in einer Gaststätte war der Marokkaner von der Polizei in die Flüchtlingsunterkunft gebracht worden. Schon auf der Fahrt sei er äußerst agressiv gewesen, hieß es in der Anklageschrift.

Auch am Ziel war der Flüchtling zunächst nicht zu beruhigen. Richtig bedrohlich wurde die Lage, als er sich ein Messer mit einer 12 Zentimeter langen Klinge griff und Stichbewegungen in Richtung eines Security-Mannes ausführte. Dem allerdings gelang es, dem Angreifer die Waffe zu entwinden.

Der Marokkaner sitzt seit dem Vorfall in Untersuchungshaft, so dass die nun verhängte Freiheitsstrafe bald so weit verbüßt ist, dass er auf Bewährung wieder entlassen werden kann.

Das Geständnis des Angeklagten hatte im Übrigen ein zeitaufwendigeres Verfahren verhindert: Zeugen brauchten nun nicht mehr vernommen zu werden. Zuvor hatten sich alle Beteiligten darauf verständigt, dass in einem solchen Fall eine Haftstrafe von nicht mehr als einem Jahr herauskommen würde.

Von Karl Schönholtz

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