Einhelliges Lob der Kritiker für „Sommernachts-Träumereien“ – Zusatzvorstellung

Gewagt und gewonnen

Starke Darsteller: Elfenkönig Oberon (Christian Schmidt), Feenkönigin Titania (Geraldine Diallo) und Zeremonienmeister (Markus Majowski) (von links) werden von der Kritik ebenso gelobt, wie alle anderen Darsteller und die Inszenierung von Joern Hinkel. Foto: Landsiedel

Bad Hersfeld. Letzte Gelegenheit für ein ganz besonderes Theatererlebnis. Die „Sommernachts-Träumereien“ nach William Shakespeare sind in der Inszenierung von Joern Hinkel noch viermal im Park neben der Stiftsruine zu sehen. Die Aufführungen am heutigen Freitag, am Samstag und am Sonntag sind ausverkauft. Wegen des großen Erfolgs ist jedoch für Montag, 13. Juli, noch eine zusätzliche Vorstellung angesetzt worden, für die es noch Karten gibt. Beginn ist jeweils um 18 Uhr.

„Vorzügliche Produktion“

Nicht nur von den Zuschauern sind die Sommernachts-Träumereien und der neue Spielort im Park sehr gut angenommen worden, auch von der Kritik gab es einhelliges Lob für Joern Hinkels Inszenierung und die schauspielerischen Leistungen der elf Profis und über 40 Kleindarsteller. Von einer „vorzüglichen Produktion“ schwärmt der Kritiker der Fuldaer Zeitung. „Wie geschickt Regisseur Hinkel mt Wiese, Mauern, Sträuchern, Gebüsch und zahlreichen kleien Bäumen umgeht, zeugt von reicher szenischer Phantasie; wie er sein Ensemble mit 45 Laien zwischen 10 und 80 Jahren sowie elf Profis in mehrmonatiger Arbeit angeleitet und geformt hat, von großem handwerklichen Können. Hinkel (...) hält, was er verspricht: einen poetischen, verrückten, beschwingten und melancholischen Abend, den die knapp 500 Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute freudig genießen.“

„Viel gewagt – und sehr viel gewonnen“ ist das Fazit des Lauterbacher Anzeigers. „Mit diesem Erfolg dürfte sich Regisseur Joern Hinkel, zugleich künstlerischer Leiter der diesjährigen Festspiele, freigeschwommen haben von seinem langjährigen Mentor, Intendant Dieter Wedel“, meint der Kritiker. Hinkels Inszenierung gelinge es, den ganzen weiten Raum des Parks auszunutzen.

Auch stern.de lobt: „Joern Hinkel gelingt es mit seiner Version der „Sommernachts-Träumereien“ hervorragend, die Zuschauer in eine Traumwelt zu entführen. Was neben dem starken Ensemble und den guten Laiendarstellern auch am Spielort im Park liegt, der sich ausgezeichnet für solch ein Stück eignet.“

Als „Glücksfall“ sieht das Wormser Stadtmagazin den Spielort auf der Wiese. Die Kunst bei Joern Hinkels Regie sei es, „seine Figuren – trotz des frivolen Geistes der Geschichte – niemals der schnellenPointe preiszugeben. Mit viel Einfühlungsvermögen schuf er auf der sonnendurchfluteten Wiese eine ganz besondere Atmosphäre (...). Mit einem außerordentlichen Gespür für Tempo trieb Hinkel seine Geschichte voran und verlor trotz viel Bewegung niemals die Übersicht über das Treiben im Garten der Sinne.“

Appetit

„Das Publikum bekommt von der ersten Szene an Appetit – Appetit auf großes Schauspiel unter freiem Himmel“, stellt Osthessen-News fest. „Solch ein magisches Gefühl von Unmittelbarkeit“ sei lange nicht mehr bei den Bad Hersfelder Festspielen aufgekeimt. Mit viel Anteilnahme an den irdischen Schwächen und großer Sympathie für die faunischen Launen, führe Joern Hinkel den Festspielgängern vor Augen, dass jeder Mensch seine Nachtseite habe.

Von Christine Zacharias

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