Höhe der Verluste nicht abzuschätzen – Regen fehlt

Getreidefelder müssen neu eingesät werden

Hersfeld-Rotenburg. Die Trockenheit im Februar und März, bis heute Nachtfröste und tagsüber ungewöhnliche Wärme haben vielen Getreidepflanzen den Garaus gemacht: Schätzungsweise 80 Prozent der Wintergerste haben das nicht überlebt, beim Weizen ist etwa die Hälfte hinüber.

Noch vor zwei Wochen bestand Hoffnung, dass die Pflanzen sich nach dem strengen Frost im Februar wieder erholen. Inzwischen haben viele Landwirte ihre Äcker schon umgebrochen und neu eingesät oder sind gerade dabei. Die Höhe des Schadens ist noch nicht abzusehen.

„Wir haben doppelte Kosten für die Aussaat“, sagt Kreislandwirt Horst Taube. Pro Hektar fallen jetzt noch einmal mindestens 250 Euro an. Und das Sommergetreide bringt weniger Ertrag.

Die Situation stellt sich kreisweit ähnlich dar. Thomas Brenzel, der einen Landhandel in Schenklengsfeld betreibt, spricht von einer problematischen Situation. Bezogen auf die gesamte Fläche müssten 30 bis 40 Prozent neu bestellt werden. Bis heute liegen die Temperaturen im Landecker Amt noch fast jede Nacht unter null Grad.

„Die Wechseltemperaturen und die Trockenheit geben den Pflanzen den Rest“, sagt Dr. Wolff-Günther Gebauer von der Arbeitsgemeinschaft Land- und Wasserwirtschaft, die im gesamten Kreis tätig ist. Weitgehend verschont blieben nur der Raps, Roggen und Triticale, eine Kreuzung aus Weizen und Roggen.

Durch die Nachtfröste ist die Bodentemperatur nach wie vor niedrig, die Pflanzen wachsen nicht und vertrocknen bei hohen Tagestemperaturen. So gab es im Februar und März zusammen statt über 100 nur knapp über 30 Liter Regen pro Quadratmeter.

Der Vorsitzende des Kreisbauernverbands, Friedhelm Diegel, spricht von einer dramatischen Lage. Saatgut sei kaum noch verfügbar. Gerste wird fast ausschließlich als Tierfutter benötigt.

Von Gudrun Schankweiler-Ziermann

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