Nur ein Drittel der Jugendlichen nutzt Gesundheitsangebot

Geteilte Resonanz auf Vorsorge-Check

Hersfeld-Rotenburg. Die 1998 eingeführte Vorsorgeuntersuchung J1 für Jugendlichen von 13 bis 16 Jahren nimmt auch im Kreis Hersfeld-Rotenburg nur etwa ein Drittel aller jungen Leute wahr. Damit liegt man im Kreis im bundesweiten Trend. Allerdings gibt es Anzeichen einer steigenden Nachfrage.

„Die Pubertät ist ein bedeutender Entwicklungsschritt im Leben eines Menschen. Gerade deshalb ist die Jugenduntersuchung so wichtig“, sagt der Bebraer Kinder- und Jugendarzt Dr. Josef Sauerbier. Ihm pflichtet sein Bad Hersfelder Kollege Christian Struß bei. „Es handelt sich um eine extrem wichtige Untersuchung und wir wünschen uns eine stärkere Akzeptanz bei Jugendlichen und Eltern.“

Akzeptanz, wie es sie bereits bei den regelmäßigen Kindervorsorgeuntersuchungen von U1 bis U9 gibt. Diese Untersuchungen sind bis zur U 8, also bis das Kind etwa vier Jahre alt ist, verpflichtend. Sie werden in einem gelben Heft dokumentiert.

Dann sollte es eigentlich mit einem grünen Heft weitergehen, in dem die Ärzte die folgenden Untersuchungsergebnisse festhalten bis hin zur J 2 für 17- bis 18-Jährige, die allerdings nach den Beobachtungen der Ärzte so gut wie nie wahrgenommen wird.

Mit der J 1 wird zum Beispiel dem enormen Wachstumsschub Jugendlicher in der Pubertät Rechnung getragen. In dieser Zeit sind Schädigungen der Wirbelsäule möglich, die ohne Untersuchung unbehandelt bleiben. Dr. Sauerbier nutzt die Untersuchung auch, um auf die Bedeutung von Bewegung und Sport für die körperliche Entwicklung hinzuweisen.

Wichtig sei aber auch die Betreuung der Psyche junger Menschen, erklärt der erfahrene Arzt. Es gebe durchaus auch Jugendliche, die depressiv seien. Manche brauchten auch Hilfe im Alltag, ergänzt Struß: „Das geht hin bis zur Berufsberatung.“

Hintergrund, Zum Tage, Seite 2

Von Silke Schäfer-Marg

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