Geteilte Meinungen

Karl Schönholtz

Lange nichts gehört von der Hersfelder CDU. Jedenfalls kein Gerücht über einen neuen Bürgermeisterkandidaten oder eine Bürgermeisterkandidatin. Nach diversen Absagen scheint sich die zweite politische Kraft im Städtchen schwer damit zu tun, in den eigenen Reihen einen geeigneten Bewerber für den Rathaus-Job zu finden. Je länger die Suche dauert, desto schwerer wird es auch, einen Kandidaten als „erste Wahl“ zu verkaufen. Aber vielleicht hat der mit der Kandidatensuche befasste Siebener-Ausschuss der Partei ja noch eine Überraschung parat.

Geteilte Meinungen gab’s nach der Premiere der „Brüder Löwenherz“, des neuen Kinder- und Jugendstücks bei den Bad Hersfelder Festspielen. Die Vorlage von Astrid Lindgren thematisiert das Sterben und ein Leben nach dem Tod, starker Tobak auch für die Altersklasse ab acht Jahren aufwärts. Das Berliner Theater an der Parkaue hatte für die Festspiele aus der Vorlage eine Art Action-Film mit Blut, Brimborium und viel Geschrei gemacht. Vielleicht sind junge Leute von heute hartgesottener, als es zu meiner Zeit der Fall war, aber ich hätte mir schon einen etwas sensibleren und vor allem tiefergehenden Umgang mit der Thematik gewünscht. Doch die Berliner Theatermacher haben einfach eine Handlung abgespult, Reflexion Fehlanzeige.

In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage nach dem richtigen Weg, wie ein junges Publikum an die Festspiele herangeführt werden soll. Während sich die bisherigen Kinderstücke bei den Festspielen – mit Ausnahme des vielgescholtenen „Jungen Raben“ – an große Kindergartenkinder und die Grundschulklassen gerichtet haben, zielt der neue Intendant Holk Freytag offenbar auf ein deutlich älteres Publikum. Auch hier wird man nach der letzten Vorstellung mal schauen müssen, ob das wie gewünscht funktioniert hat.

Ein großes Geheimnis ist derzeit noch der Name, den eine Jury kreativer Köpfe für das geplante Science Center „Magie der Sprache“ im neuen Schilde-Park in Bad Hersfeld ausgewählt hat. Geheim deshalb, weil jetzt geprüft werden muss, ob nicht schon jemand anderes Anspruch auf diesen Namen erhebt. Wäre ja nicht so toll, wenn man jetzt einen Namen herausposaunt, der dann nicht genommen werden darf, weil in Hintertupfingen eine Kneipe exisitiert, die genauso heißt. Apropos Kneipe: In Bad Hersfeld musste jetzt ein griechisches Restaurant umbenannt werden, weil der Pächter den Namen von der vorherigen Lokalität mitgenommen hatte. Eine Strafe gab’s für den armen Gastwirt noch obendrauf.

ks@hersfelder-zeitung.de

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