Russisches Nationalballett und Tanzschule Meckbach setzen „Nussknacker“ in Szene

Getanzter Kindertraum

Nussknacker-Finale: Die Solisten des Russischen Nationalballetts in ihren Rollen als Onkel Drosselmeyer, Maria und der schöne Prinz (von links) nehmen die Ovationen des Publikums entgegen. Der Applaus galt aber auch Michéle Meckbach (3.v.links, hinten) und ihren zauberhaften Tänzerinnen. Fotos: Schmidl

Bad Hersfeld. Das war so ganz nach dem Geschmack der vielen kleinen und großen Ballettfreunde, die am Freitagnachmittag zur Vorstellung eines der beliebtesten Ballettklassikers aller Zeiten in die Stadthalle gekommen waren. Das Russische Nationalballett zeigte das getanzte Märchen „Nussknacker“ in einer Inszenierung der Ballettmeisterin Elena Radchenko.

Mit Erzählerin

Obwohl die Tänzerinnen und Tänzer jede Szene durch Hände und Füße, Mimik und Gestik ausdrücken, erläuterte Märchenerzählerin Jeanni (Marina Beniashvili) die Handlung, damit auch die Kleinsten im Publikum folgen konnten.

Die erste Szene führt an einem Weihnachtsabend in den Salon der Familie Stahlbaum. Maria, die Tochter des Hauses, bekommt von Onkel Drosselmeyer einen Nussknacker geschenkt. Bevor sie ins Bett geht, legt sie ihren Nussknacker glücklich unter den Christbaum. Während Maria schläft, erscheint der Mäusekönig und schließlich kommt es zu einem Kampf zwischen der Mäusearmee und Maria mit ihren Zinnsoldaten.

Maria eilt zu ihrem Nussknacker, der sich plötzlich in einen wunderschönen Prinzen verwandelt. Die beiden wollen sich die Welt ansehen und kommen dabei ins Königreich der Süßigkeiten. Schutz vor dem bedrohlichen Mäusekönig finden sie dort in der Süßigkeitenburg, wo auf einem festlichen Ball Gäste aus aller Herren Länder anwesend sind.

Das Publikum darf diesen Traum in einer perfekten Inszenierung mitträumen. Ein Bühnenbild in 3-D-Qualität zaubert weihnachtliche Stimmung auf die Bühne und das Russische Nationalballett setzt mit Anmut und großer Ausdruckskraft den Stoff, aus dem die Träume sind, brillant in Szene. Das Interesse des Publikums, das hauptsächlich aus Mamas, Papas, Großeltern und Geschwistern bestand, galt ganz besonders den über hundert Ballerinen der Tanz- und Ballettschule Michéle Meckbach, die bei dieser Aufführung auf der großen Bühne agieren durften.

Als Gäste und Mäuse

Sie profitierten von dem Projekt des Russischen Nationalballetts, Profitänzer und Kinder gemeinsam auf die Bühne zu bringen. Timur Kinzekeev hatte zuvor die Choreografie eingeübt.

Die kleinen Kinder erschienen als Gäste am Weihnachtsabend und als zappelige, aber süße Mäuse. Die älteren Mädchen und jungen Frauen glänzten als Tänzerinnen aus Spanien, Russland, aus dem Orient und aus China.

Am Ende erwacht Maria aus ihrem Weihnachtstraum. Lang anhaltender, begeisterter Applaus belohnte besonders die Solisten für ihre überragende Leistung.

Von Gudrun Schmidl

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