Gastspiel der Theatergruppe Akbay/preda beeindruckte auch Intendant Freytag

Getanzte Mahnungen

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Ein Stück über Gewalt in der Lebenswirklichkeit: philippinische Tänzer traten in der Geistalschule auf. Foto: Steffen

Bad Hersfeld. Zum Ende ihrer vierwöchigen Deutschlandtournee mit über 30 Auftritten zeigte die philippinische Theatergruppe Akbay/preda das Musical-Drama „Once we had a dream“ – zu deutsch: „Einst hatten wir einen Traum“ – in der Aula der Gesamtschule Geistal.

Heide Schumann-Held hatte den Auftritts aus Anlass des 20-jährigen Bestehens des Bad Hersfelder Weltladens initiiert. In ihrer begrüßung wies sie darauf hin, dass das musikalische Theaterstück Leben und Realität von Kindern auf den Philippinen widerspiegelt. Ihr Dank galt auch den Mitinitiatoren, dem Verein für soziale Gerechtigkeit sowie Brot für die Welt.

Die jungen philippinischen Akteure der Akbay/preda-Theatergruppe, zwischen 16 und 26 Jahren alt, spielten in deutscher Sprache. Die Lieder allerdings interpretierten sie in ihrer Heimatsprache. Das Bühnenbild lebte von den eingespielten Fotos, die Orte und Szenen aus dem Leben auf den Philippinen zeigten.

In der Geschichte von „Once we had a dream“ geht es um die junge Celina, die in die Hände einer international agierenden Sexmafia gerät und zur Prostitution gezwungen wird. Zusammen mit Sabel, die ein ähnliches Schicksal erlitten hat, und Dodong, einem Straßenjungen aus Manila, wird sie in das Verlies eines Kinderbordells verschleppt.

Die Darsteller dieser Charktere gehörten zu den Jüngsten des Ensembles. Sie erweckten Gänsehautgefühl durch ihre Darstellung des Opferdaseins mit Gesten, Körperbewegungen, Gefühl und innerer Bewegung. In den Tänzen setzte das Ensemble Inspiration, Musik und Rhythmus in Bewegung um.

Das Publikum, darunter viele Gäste aus den Philippinen, spendete der Theatergruppe Applaus im Stehen für den zum Nachdenken anregenden Abend. Heide Schumann-Held führte zum Abschluss aus, dass die Probleme von sexueller Gewalt gegen Kinder und Missbrauch von Kindern auch in unserer Gesellschaft für Wachsamkeit sorgen sollten.

Festspielintendant Holk Freytag, der unter den Besuchern des Stücks war, lobte: „Ich bin von der Leistung, dem Mut und Enthusiasmus der jungen menschen angetan. Für den nächsten Tag habe ich die Gruppe zum Besuch der Stiftsruine eingeladen.“ Damit dürfte Bad Hersfeld der Theatergruppe auch nach der Rückkehr auf die Philippinen in Erinnerung bleiben. (ast)

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