Vorverkauf für Oper in der Stiftsruine läuft gut – Programm 2011 steht schon fest

Gesungene Begeisterung

Siegfried Heinrich

Bad Hersfeld. Während die Festspiele dem Finale 2010 immer näher rücken, laufen hinter den Kulissen der Stiftsruine alle Vorbereitungen für die Oper, die sich dort ab Mittwoch, 11. August, anschließt. Der Vorverkauf läuft gut: Bereits die Hälfte der insgesamt erhältlichen 22 000 Karten sind verkauft. Damit hat der Veranstalter, der Arbeitskreis für Musik, bereits jetzt beinahe erreicht, was nach den Opernfestspielen 2009 unterm Strich stand, nämlich 16 000 verkaufte Karten. „Wir freuen uns, dass wir nach dem Einbruch 2009 jetzt wieder auf altem Niveau sind“, sagt Alf Rothe vom Arbeitskreis für Musik.

Besonders Verdis „Nabucco“, von Rainer Wenke inszeniert, ziehe momentan die Zuschauer an, Mozarts „Zauberflöte“ liege aber knapp dahinter, stellte Dirigent und künstlerischer Leiter Siegfried Heinrich fest. An seiner Seite steht diesmal nicht Ekkehard Klemm als Dirigent, sondern Tilo Lehmann. Er kümmert sich zusammen mit Regisseur Hugo Wieg um die Inszenierung der „Zauberflöte“. Klemm dirigiert derweil bei der Kammeroper auf Schloss Rheinsberg in Brandenburg. „Das hatte er die letzten Jahre immer wieder verschoben, aber einmal muss ich ja hingehen, hat Ekkehard Klemm zu mir gesagt“, erklärt Heinrich, „aber die Zusammenarbeit mit Professor Lehmann läuft Hand in Hand und ohne Probleme.“

Beeindruckt vom Idealismus

Lehmann selbst ist beeindruckt von dem Idealismus und dem Enthusiasmus, mit dem sich alle Beteiligten in die Arbeit stürzen: „Letztlich sind die Künstler selbst auch Sponsoren“, sagt er. Denn der aus Deutschen und Polen bestehende Chor arbeitet ehrenamtlich. Manche spenden sogar noch etwas für die Umsetzung. Und auch die Gagen für die Profis können bei einem Etat von etwa 650 000 Euro für die beiden Opern nicht besonders hoch sein. „Normalerweise kostet die Produktion einer Oper schon zwei Millionen Euro“, sagt Heinrich. Aus diesem Grund sind die meisten Solisten sehr junge Leute, worüber sich die Regisseure freuen.

Möglich sei das alles nur durch die Sponsoren der Oper, allen voran die Sparkassen-Finanzgruppe Hessen-Thüringen, das Land Hessen und die Stadt Bad Hersfeld. „Und dazu kommt ein stringenter Sparkurs. Das fängt beim Papier an, auf dem wir unsere Mitteilungen drucken und hört bei den Gagen auf“, sagt Rothe.

Was die Zuschauer während der 32. Opernfestspiele 2011 erleben werden, steht ebenfalls bereits fest: „Geplant sind Gioacchino Rossinis „Der Barbier von Sevilla“ und Friedrich Smetanas „Die verkaufte Braut“. Das sind zwei Werke, die wieder auch die Kinder in das Musiktheater einbeziehen sollen“, sagt Siegfried Heinrich.

Aber jetzt freut sich das Ensemble erst einmal auf ihre Auftritte 2010. Klar ist, dass es wieder Inszenierungen werden, die sich nahe an den Originalen halten. Und während Wenke die gnadenlose Sucht nach Macht von König Nebukadnezar und das ewige Leiden der Juden thematisiert, zeigt Hugo Wieg eine märchenhafte „Zauberflöte“, in der sich die Zuschauer selbst erkennen sollen. „Es geht um das Menschsein und darum, wie Menschen zueinander stehen“, sagt Wieg.

Von Judith Strecker

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