Neues Präventionsprojekt für alle ab 45 Jahren: Kreis sagt Diabetes den Kampf an

Fit und gesund älter werden

Hersfeld-Rotenburg. Der Name klingt süß, doch er beschreibt ein bitterernstes Problem: Zucker. So nennt der Volksmund umgangssprachlich die Diabetes-Krankheit, die bundesweit auf dem Vormarsch ist. Etwa acht bis zehn Prozent der Bevölkerung sind daran bereits erkrankt, die Dunkelziffer aber dürfte viel höher sein. Besonders gefährdet sind Menschen ab 45 Jahren und Übergewichtige.

Deshalb startet die Landesärztekammer jetzt gemeinsam mit dem Kreis Hersfeld-Rotenburg, niedergelassenen Ärzten, dem Klinikum und dem HKZ, aber auch mit örtlichen Sportvereinen, Selbsthilfegruppe und Ernährungsberatern ein groß-angelegtes Präventionsprojekt. Gestern fiel dafür im Landratsamt der Startschuss.

„Diabetes ist tückisch, weil man die Krankheit zunächst nicht spürt“, sagte Landrat Dr. Karl-Ernst Schmidt bei der Vorstellung des Projekts. Umso schlimmer sind aber die Folgen: Nierenschäden, die eine Dialyse notwendig machen oder Durchblutungsstörungen, die zu Amputationen führen können sind die Konsequenzen aus einer nicht behandelten Zucker-Erkrankung, erklärt Dr. Frank Klein, Diabetes-Spezialist aus Schenklengsfeld. Zudem koste die Behandlung jedes Erkrankten etwa 1500 Euro pro Jahr. Doch Dr. Klein macht auch Hoffnung: „Jedem zweiten Risikoträger für Diabetes kann geholfen werden.“

Dafür muss die Krankheit rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Deshalb sollen ab sofort in allen Arztpraxen des Kreises Fragebögen an die Patienten verteilt werden, die bei der Erkennung des eigenen Diabetesrisikos helfen sollen. Sport und die richtige Ernährung sind dann zur Therapie unerlässlich.

Genau darüber will das Präventionsprojekt, das bereits mit Erfolg in Offenbach umgesetzt wird, nun auch in unserem Kreis beitragen. Dazu sind umfangreiche Aufklärungsaktionen und Veranstaltungen sowie ein Präventionstag am 16. Juni im Hotel am Kurpark geplant.  Morgen mehr

Von Kai A. Struthoff

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