DAK-Gesundheitsreport untersucht die Lebenssituation von berufstätigen Eltern

Gestresst auch ohne Kinder

Mitten im Leben: Zwischen Beruf und Familie stecken viele in der Hauptverkehrzeit des Lebens: Laut DAK-Regionalleiter Harald Schmidt, kommen die meisten Eltern damit ganz gut klar. Die Ampel für Familien steht also tatsächlich auf grün. Foto: Struthoff

Bad Hersfeld. Die gestresste Mutter, die nach der Arbeit mit dem quengelnden Kind noch durch den Supermarkt hetzt. Der genervte Vater, der nach Überstunden im Büro keine Lust mehr hat, mit den Kindern Schularbeiten zu machen. Die Klischeebilder von getriebenen Eltern im Spagat zwischen Kindern und Karriere kennt jeder. Doch die Realität sieht anders aus.

Denn offenbar kommen Eltern mit der „Hauptverkehrszeit“ des Lebens ganz gut klar – zumindest aus gesundheitlicher Sicht. Laut DAK-Gesundheitsreport sind es eher die subjektiven denn die objektiven Faktoren, die die so genannte Work-Life-Balance, also der Einklang von Arbeit und Privatleben, erschüttern.

Wenig Zeit für sich selbst

So haben 59 Prozent aller befragten erwerbstätigen Eltern das Gefühl, nicht genug Zeit für sich selbst zu haben. Allerdings meinen das immerhin auch 46 Prozent der Kinderlosen. Fast 40 Prozent der Eltern glauben, ihre Partnerschaft zu vernachlässigen, das denken nur 26 Prozent der Kinderlosen.

Nahezu gleich ist jedoch der Prozentsatz beider Gruppen, die finden, dass die Balance zwischen Arbeit und Privatleben nicht stimmt. Gestresst fühlen sich also Eltern wie Kinderlose gleichermaßen.

Etwas anders verhält es sich laut DAK-Gesundheitsreport beim gesundheitsbewussten Verhalten. So klagen deutlich mehr Eltern darüber, zu wenig Schlaf zu bekommen und zu wenig Sport zu treiben, denn Kinderlose. Dafür rauchen deutlich mehr Kinderlose und sie trinken auch etwas mehr Alkohol. Hingegen ernähren sich Eltern gesünder als kinderlose Erwerbstätige.

Keine Überraschung

Keine Überraschung bietet der DAK-Report bei der Frage nach der Familienfreundlichkeit, also der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ganz oben auf der Liste der gewünschten Angebote stehen Teilzeitarbeit, Arbeit von Zuhause oder Gleitzeit, dicht gefolgt von dem Wunsch nach Betriebskindergärten, mehr Rücksichtnahme auf Eltern bei der Planung von Terminen sowie der Ermutigung von Männern, Elternzeit zu nehmen. Laut DAK-Report klaffen hier in Hessen zwischen Wunsch und Wirklichkeit allerdings noch Welten.

„Ob man nun Kinder hat oder nicht – das hat keine gravierenden Auswirkungen auf die Gesundheit“, sagt DAK-Regionalleiter Harald Schmidt nach Auswertung des Gesundheitsreports.

Den kompletten DAK-Gesundheitsreport 2014 mit allen Daten und Tabellen für unseren Kreis finden Sie auf unserer Internetseite.

Von Kai A. Struthoff

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