Interview mit dem neuen Staatsminister Michael Roth (SPD) über sein Herzensthema

Gesicht und Stimme für Europa

Unterwegs in die Welt: Michael Roth (rechts) und der künftige Außenminister Frank-Walter Steinmeier. Unser Archivbild zeigt sie mit Bundestagspraktikant Nils Christian Hartmann (Mitte) aus Schwebda. Foto: nh

Heringen/Berlin. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Michael Roth wird als Staatsminister für Europa der neuen schwarz-roten Bundesregierung angehören. Mit ihm sprach Kai A. Struthoff

Herr Roth, herzlichen Glückwunsch! Staatsminister, das klingt gut und ist eine wichtige Position – sogar mit Kabinettsrang. Sie sitzen künftig mit der Kanzlerin und allen Ministern an einem Tisch. Aus Heringen nach Europa – sind Sie jetzt am Ziel Ihrer politischen Träume?

Michael Roth: Der Michael Roth aus Heringen ist seit über 15 Jahren direkt gewählter Bundestagsabgeordneter für unsere Region. Jetzt darf ich für mein Herzensthema Europa in Regierungsverantwortung arbeiten. Das ist eine schwere, aber großartige Aufgabe. Ich freue mich!

Wo werden die Schwerpunkte Ihrer Tätigkeit liegen?

Roth: Gemeinsam mit Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier werde ich Europa Gesicht und Stimme geben. Wir Deutschen profitieren von einer starken und solidarischen EU. Nur so können wir Globalisierung sozial und demokratisch gestalten. Ich werde natürlich auch viel unterwegs sein und unser Land in den EU-Institutionen vertreten.

Sie sind Stellvertreter von Außenminister Steinmeier. Was heißt das konkret?

Roth: Ich bin der politische Stellvertreter des Bundesaußenministers, vertrete ihn in der Öffentlichkeit und im Parlament und unterstütze ihn bei seiner Arbeit.

Sie werden künftig viel in der Welt unterwegs sein. Bleibt da noch Zeit für den Wahlkreis?

Roth: Ganz klar: Meine neue Aufgabe wird mich zusätzlich sehr beanspruchen. Aber ich werde ja weiterhin in Heringen wohnen und so oft es mir möglich ist, vor Ort präsent sein.

Einige Parteifreunde haben Ihnen jetzt schon vorgeworfen, zu wenig Präsenz im Wahlkreis zu zeigen. Ist das jetzt nicht für Sie die Quadratur des Kreises?

Roth: Ich kenne keinen Parteifreund, der mir das vorgeworfen hat. Im Gegenteil: Viele sind stolz und freuen sich, dass unsere Region endlich auch einmal in der Regierung vertreten ist. Das wird kein Schaden sein für die Bürgerinnen und Bürger meines Wahlkreises.

Sie sind gerade auch als Generalsekretär der Hessischen SPD wiedergewählt worden. Das Amt des Staatsministers und das des Generals sind ja wohl kaum vereinbar. Wie geht es dort weiter?

Roth: Ich bleibe bis auf Weiteres im Amt. Die zuständigen Gremien der hessischen SPD werden in aller Ruhe und Sorgfalt schauen, wie es weitergeht.

Was werden jetzt Ihre ersten Schritte als Staatsminister sein?

Roth: Meine Ernennung und Vereidigung findet am heutigen Dienstag statt. Noch vor der Weihnachtspause werde ich Frankreich und Griechenland einen Besuch abstatten. Das sind Zeichen der Wertschätzung und der Solidarität!

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