Tag der offenen Tür: Forstamt in Bad Hersfeld stellt seine Arbeit vor

Geschichten aus dem Wald

Balancieren auf der Slackline fördert den Gleichgewichtssinn. Das ist eine wichtige Übung für Waldarbeiter, die mit gefährlichen Maschinen in unwegsamem Gelände arbeiten.

Bad Hersfeld. Das Bild vom Beruf des Försters hat sich im Laufe der Zeit verändert. Heute geht es im Forstamt Bad Hersfeld um ein umfassendes Management von über 18 000 Hektar Wald. Welche Gesichter und Geschichten dahinter verborgen sind, das gab es am Tag der offenen Tür zu entdecken.

100 000 Festmeter Holz

Hauptaufgabe eines Försters ist heute die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder, zu der ganz wesentlich das Ernten von Holz gehört. Über 100 000 Festmeter dieses nachwachsenden Rohstoffes werden jährlich in den zehn Revieren des Forstamtes eingeschlagen und im Holzbüro des altehrwürdigen Forstamtsgebäudes für den Verkauf zusammengestellt.

Auf dem Parkplatz des Amtes war ein Raummeter Brennholz luftig auf Gittersteinen und unter Dach so aufgesetzt, wie es für eine optimale Trocknung und Lagerung sein sollte. Die zahlreichen Fragen hierzu wurden kompetent von Energieförster Jörg Braun beantwortet.

Direkt daneben stand ein moderner Schutzwagen für die Waldarbeiter. Hier demonstrierten Forstwirtschaftsmeister Stefan Heußner und Heinfried Neuner die korrekte Schärftechnik der Motorsägenkette. „Nicht die Schwertlänge der Säge ist beim Schneiden entscheidend, sondern die Schärfe,“ erklärten sie.

Wem nach soviel Informationen der Kopf rauchte, dem stand der Besuch der Kühlkammer frei. Michael Seehafer und Klaus Kraft informierten über den Weg des erlegten Wildes bis zur Weiterverarbeitung zu Braten und Wurst. Über 17 Tonnen Wildfleisch werden hier jährlich fachgerecht gekühlt und bis zur Weiterverarbeitung zwischengelagert. Dass dabei geradezu vorbildlich mit dem Wildbret umgegangen wird, konnte man vor Ort überprüfen: Die schmackhaften Wildbratwürste fanden regen Absatz.

Die hessischen Förster kümmern sich beim Bewirtschaften ihrer Wälder auch um den Naturschutz. So wird Totholz gezielt stehengelassen. Dort finden Käfer, Spechte, Fledermäuse und andere Tiere ein Zuhause. Das erklärte Jürgen Manns, als Funktionsbeamter für den Naturschutz im Forstamt zuständig. Bereits in der Vergangenheit haben seine Forstkollegen Naturschutz mit großem Erfolg betrieben haben, sodass allein 3500 Hektar des Seulingswaldes als „Natura 2000“-Gebiet als besonders wertvoll unter Schutz gestellt wurden.

Bereichsleiter Kersten Eidam, der den Tag des offenen Forstamtes federführend gestaltet hatte, war mit dem Ergebnis der Veranstaltung mehr als zufrieden. (red)

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