Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit mit Auschwitz-Gedenktag an NS-Opfer

Die Geschichte verblasst

Werner Schnitzlein

Bad Hersfeld. Die Gesellschaft für christlich - jüdische Zusammenarbeit Bad Hersfeld (CJZ) hatte zum Internationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus in das Altenzentrum Hospital Bad Hersfeld eingeladen. Der Auschwitz - Gedenktag ist seit 1996 ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag, der 2005 von den Vereinten Nationen zum „Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ erklärt wurde.

Werner Schnitzlein, evangelischer Vorsitzender des CJZ Bad Hersfeld-Rotenburg, wies in seiner Begrüßungsansprache auf die Rede des Bundestagspräsidenten Norbert Lammert bei der am gleichen Tag stattgefundenen Gedenkfeier im Deutschen Bundestag hin.

Gedenken ist Erinnerung

Landrat Karl - Ernst Schmidt führte in seinem Grußwort aus, dass es heute nach nahezu 70 Jahren nur noch wenige Zeitzeugen gibt. Geschichte verblasse, wenn man sie nicht selbst erlebt habe. Schmidt appellierte, auf der Basis der historischen Vergangenheit das Bewusstsein für eine demokratische Zukunft wachzuhalten. Der Gedenktag soll dabei helfen, denn Gedenken ist Erinnerung.

Im Mittelpunkt der Gedenkfeier standen die Ausführungen von Dr. Ulrich Schneider zum Thema „Die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck in der NS-Zeit“ Dr. Schneider, Mitglied des Leitungsteams der Beruflichen Schulen Bebra, hat zu diesem Thema seine Dissertation geschrieben. Im Focus seines Referats beschrieb er ein ambivalentes Verhalten der Evangelischen Kirche zum Nationalsozialismus vor und nach der Machtübernahme. In seinem detaillierten Vortrag zeigte er eine Reihe von unrühmlichen Vorgängen in der Kirche auf. Aber er wies auch darauf hin, dass vereinzelt Pfarrer wie wie Karl Hilmes aus Ulfen sich regimekritisch zum Thema Euthanasie äußerte und deshalb in das Konzentrationslager Dachau deportiert wurde.

Als Fazit hielt er fest, dass die Evangelische Kirche die politische Bedeutung ihres Handelns während der NS-Zeit unterschätzt hat. Das Verhalten der Amtskirche fand im luftleeren Raum statt, Verbrechen wurden nicht wahrgenommen. Die Gedenkfeier wurde musikalisch mit Variationen durch Udo Diegel umrahmt. (ast) HINTERGRUND LINKS

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